Montag, 20. Juni 2005

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Hoher österreichischer Orden für Simon Wiesenthal

Bundespräsident Heinz Fischer überreichte am 9. Juni an Simon Wiesenthal (96) das Große Goldene Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich. Wiesenthal habe „wesentlich dazu beigetragen, einige der größten NS-Verbrecher in ihren Nachkriegsverstecken aufzuspüren und einer gerichtlichen Verurteilung zuzuführen“, heißt es u.a. in der Begründung für die Auszeichnung.
Der nach Kriegsende als Nazi-Jäger bekannt gewordene Holocaust-Überlebende Wiesenthal habe sich „um die Ahndung schwerster Verbrechen in einer Zeit verdient gemacht, in der ihm seine Arbeit in Österreich nicht immer leicht gemacht wurde“, so in einer Aussendung der Präsidentschaftskanzlei. Wiesenthal habe im Sinne des Mottos „Gerechtigkeit, nicht Rache“ bewiesen, dass die rechtsstaatliche Ahndung von NS-Verbrechen nichts mit „Naziverfolgung“ zu tun habe.
Simon Wiesenthal wurde am 31. Dezember 1908 in Buczacz in Galizien (heute Ukraine) geboren. Schulzeit und Architekturstudium absolvierte er in Lemberg, Wien und Prag. 1941 wurde er von den Deutschen verhaftet und überlebte in insgesamt 12 Konzentrationslagern bis 1945, als er durch US-Truppen aus dem KZ Mauthausen befreit wurde. ■

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Bundeskanzler Schüssel feierte 60. Geburtstag

Aus Anlass des 60. Geburtstages von Bundeskanzler und ÖVP-Bundesparteiobmann Wolfgang Schüssel am 7. Juni fanden zahlreiche Ehrungen statt. Einer der Höhepunkte war ein von Bundespräsident Heinz Fischer gegebenes Mittagessen, an dem neben der ÖVP-Spitze auch die Oppositionschefs Alfred Gusenbauer und Alexander Van der Bellen sowie ÖGB-Präsident Fritz Verzetnitsch teilnahmen.
Anschließend wurde Schüssel in einer Feierstunde im Parlament eine Festschrift mit Beiträgen zahlreicher prominenter Autoren aus Politik, Wissenschaft und Kultur überreicht.
Schüssel bedankte sich für die guten Wünsche und die „positive Energie“ seiner Parteifreunde.
Schon am Wochenende zuvor hatte es ein offizielles Geburtstagskonzert in den Redoutensälen der Wiener Hofburg gegeben, danach fand auf dem Josefsplatz ein Fest der Bundesländer statt.
Auch zahlreiche internationale Glückwünsche trafen ein. ■

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Regierung beschloss „Gesetz für Wachstum und Beschäftigung“

Der Ministerrat beschloss am 7. Juni ein „Gesetz für Wachstum und Beschäftigung“. Laut Bundeskanzler Wolfgang Schüssel werden damit einige beim „Reformdialog“ vom 1. Mai angekündigte Punkte umgesetzt, darunter Maßnahmen zu Forschungsförderung und Betrugsbekämpfung.
Im Paket enthalten ist u.a. eine Forschungsanleihe in Höhe von 1 Mrd. Euro. Durch steuerliche Förderungen sollen zudem 300 Mio. Euro für die Auftragsforschung aufgebracht werden, erklärte der Bundeskanzler. Zusätzlich verdopple die Bundesregierung die Mittel für Breitband-Internetanschlüsse und Betrugsbekämpfung. Verdoppelt werden sollen auch die Höchststrafen bei illegaler Beschäftigung. ■

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Neues Pflegegesetz: Pflegepersonal durch Leihfirmen

Spitäler und Heime können in Zukunft Personal von Leihfirmen beschäftigen. Ermöglicht wird das durch eine Novelle des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes, das am 9. Juni im Nationalrat beschlossen wurde.
Bisher wurde der Personalmangel im Pflegebereich durch Pool-Dienste mit freien Arbeitnehmern ohne Sozialversicherung, Dienstverträge und oft auch ohne professionelle Ausbildung kompensiert. Das neue Gesetz soll Abhilfe bringen. Künftig dürfen Spitäler und Heime bis zu 15 % ihres Personals von Leihfirmen rekrutieren. Das Arbeitsverhältnis wird nach dem Arbeitskräfteüberlassungsgesetz und dem Kollektivvertrag geregelt. ■

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Verkehr: "Licht am Tag" Pflicht

Ab Oktober darf auch am Tag nur noch mit Licht gefahren werden. Darauf einigte sich der Ministerrat am 14. Juni. Geahndet werden Verstöße erst ab März 2006. Augrund wissenschaftlicher Studien wird eine Reduktion der Autounfälle um 5 bis 15 % erwartet. ■

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Bundeskanzler Schüssel bei EU-Gipfel in Brüssel

Die 25 EU-Staats- und Regierungschefs konnten bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel (16./17. Juni) weder in der Verfassungskrise noch in der EU-Finanzierungsfrage eine Einigung erzielen.
Der Ratifizierungsprozess für die EU-Verfassung wurde aufgeschoben und eine „Nachdenkpause“ bis Juni 2006 festgesetzt, um über die weitere Vorgangsweise sowie die geplante nächste EU-Erweiterung zu entscheiden. Die Gipfelerklärung enthält keinen Hinweis auf die Türkei oder Kroatien, die Unterzeichnung der Beitrittsverträge Bulgariens und Rumäniens wird jedoch „begrüßt“. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sprach sich für eine „aktive Phase der Reflexion“ aus und forderte „mehr Flexibilität“ etwa im Sinne einer „privilegierten Partnerschaft“ für Türkei, Ukraine und Kaukasusstaaten.
Ohne Ergebnis endeten auch die Verhandlungen über das EU-Budget 2007 bis 2013. Damit kommen auf die österreichische Ratspräsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 Herausforderungen von weltpolitischer Tragweite zu: die Neubewertung des EU-Verfassungsvertrages, die künftige Erweiterung und die Einigung über den EU-Finanzierungsrahmen.■

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Griechischer Präsident Papoulias zu Besuch in Österreich

Der griechische Staatspräsident Karolos Papoulias traf am 12. Juni zu einem dreitägigen Besuch in Österreich ein. Im Zentrum der Gespräche mit Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Nationalratspräsident Andreas Khol standen aus aktuellem Anlass die EU-Verfassung und das weitere Vorgehen im Erweiterungsprozess sowie die EU-Finanzen. Erörtert wurde auch die Balkanpolitik der Union.
Papoulias verwies auf die Fähigkeit der EU zur Krisenlösung und befürwortete ausdrücklich das Festhalten am Ziel eines EU-Beitritts von Bulgarien, Rumänien, Kroatien und auch der Türkei. ■

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Ungarns Präsident Madl zu Abschiedsbesuch in Österreich

Der scheidende ungarische Staatspräsident Ferenc Madl kam am 15. Juni zu einem Abschiedsbesuch nach Wien, wo er mit Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel zusammentraf.
Fischer und Madl bedauerten, dass sich nach der Erweiterung der Europäischen Union im Jahr 2004 nun deren „Vertiefung“ verzögere. Unisono wurde in der Verfassungsfrage ein einheitliches Vorgehen der EU-Institutionen gefordert.
Den Forderungen nach einer Verkürzung der siebenjährigen Übergangsfristen für den österreichischen Arbeitsmarkt erteilte Bundeskanzler Schüssel eine Absage. Dafür hatten sich Ungarn und andere EU-Nachbarn in Mittel- und Osteuropa ausgesprochen.
Die bilateralen Beziehungen bezeichneten beide Seiten als „sehr freundschaftlich“. Bereits am 13. Juni hatten Außenministerin Ursula Plassnik und ihr ungarischer Amtskollege Ferenc Somogyi ein Abkommen unterzeichnet, wonach Österreich und Ungarn künftig in der montenegrinischen Hauptstadt Podgorica mit einer gemeinsamen Geschäftsstelle vertreten sein werden. ■

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Finnischer Parlamentspräsident Lipponen zu Gesprächen in Wien

Der finnische Parlamentspräsident Pavo Lipponen führte am 14. Juni im Wiener Parlament Gespräche mit Nationalratspräsident Andreas Khol und Mitgliedern des Außenpolitischen Ausschusses. Erörtert wurden vor allem Europa-Fragen. Einig waren sich Khol und Lipponen darüber, dass der negative Ausgang der EU-Verfassungsreferenden in Frankreich und den Niederlanden keinen generellen Stopp des Ratifizierungsprozesses zur Folge haben dürfe. Beide Seiten forderten eine Stärkung der nationalen Parlamente.
Auf dem Programm standen auch Treffen mit Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel. ■

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Österreich vergrößert Bundesheer-Kontingent in Afghanistan

Österreich wird bis zu 100 zusätzliche Soldaten nach Afghanistan entsenden. Das hat der Ministerrat am 7. Juni beschlossen. Österreich leistet damit einen Beitrag zur Verstärkung der Internationalen Schutztruppe ISAF. Anlass sind die für 18. September geplanten Parlaments- und Provinzwahlen in Afghanistan. ■

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UniCredito-HVB: Bank Austria bleibt Osteuropa-Zentrale

Die italienische Großbank UniCredito übernimmt mit der Münchner HypoVereinsbank (HVB) Deutschlands zweigrößte Bank. Die Fusion zur neuntgrößten Bank in Europa soll bis Herbst abgeschlossen sein, die neue Bankgruppe wird UniCredit heißen. Das gaben die beiden Unternehmen am 12. Juni bekannt. UniCredit will die HVB für rund 15,4 Mrd. Euro via Aktientausch übernehmen. Dazu kommen noch die Übernahmeofferte an die privaten Aktionäre der börsenotierten HVB-Tochter Bank Austria (BA-CA) in Wien und der polnischen BPH Bank (Aktientausch oder Cash), was in Summe mehr als 19,2 Mrd. Euro ergibt.
Im Gegensatz zur weiteren Börsenotierung in Italien und Deutschland ist für die BA-CA die Rücknahme von der Börse geplant. Experten raten jedoch von der Annahme des zu niedrigen Barangebots (70,04 Euro pro Aktie) ab. Bei Aktientausch erhielte jeder BA-CA-Aktionär 19,92 UniCredit-Stammaktien.
Der Markennahme BA-CA und der Standort Wien bleiben erhalten. Chef der neuen Osteuropa-Division wird BA-CA-Generaldirektor Erich Hampel. Geplant ist die Zusammenlegung aller Unternehmen der Gruppe in Zentral- und Osteuropa, inklusive Russland, Ukraine, Baltikum und Türkei. ■

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Mehrjährige Budgetplanung ab 2007

Finanzminister Karl-Heinz Grasser einigte sich am 8. Juni mit Vertretern der Parlamentsparteien auf ein neues Haushaltsrecht. Vorgesehen ist darin erstmals eine verpflichtende mehrjährige Budgetplanung ab 2007.
Das Prinzip der Einjährigkeit soll zwar grundsätzlich aufrecht bleiben, doch sollen in Ausnahmefällen – etwa bei Regierungswechsel – auch Budgetbeschlüsse für das übernächste Jahr möglich sein. Zudem ist ein mehrjähriger verpflichtender Ausgabenrahmen vorgesehen. ■

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Kanzler Schüssel: Österreich Vorreiter bei E-Markt-Liberalisierung

Die Liberalisierung der Energiemärkte in Europa garantiere auch weiterhin stabile Bedingungen, sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am 13. Juni in Wien bei der Eröffnung der diesjährigen Tagung des europäischen Stromdachverbandes Eurelectric. Österreich sei in Europa Pionier bei der Liberalisierung der Märkte.
In Österreich können seit Oktober 2001 alle Stromkunden ihren Lieferanten frei wählen. Die makroökonomischen Vorteile lägen bei 1 Mrd. Euro, so Schüssel. ■

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OMV erhielt International Investor of the Year 2005 Award

Der heimische Erdölkonzern OMV AG erhielt am 9. Juni in Sofia den „International Investor of the Year 2005 Award“ für die Übernahme der rumänischen Petrom SA. als größten Privatisierungsschritt 2004/05. Die Überreichung erfolgte im Rahmen des South East Europe Investment Forums in Anwesenheit von Österreichs Wirtschaftsminister Martin Bartenstein.
Bartenstein nahm auch an der gleichzeitig in Sofia stattfindenden „Investment Compact“-Ministerkonferenz. zur Vertiefung regionaler Wirtschaftskooperationen teil. Dabei verwies er auf Österreichs Engagement im Bemühen um ein verbessertes Investitionsklima in Südosteuropa. Österreich hat seit 2002 den Vorsitz im „Investment Compact“, einer der Schwerpunktinitiativen des Balkan-Stabilitätspaktes. ■

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Rekord an Börse Wien

An der Wiener Börse gab es am 16. Juni einen Rekord: Der Leitindex ATX übersprang die 3.000er-Marke. Damit stieg der Index seit Jahresbeginn um knapp 23 %, seit Anfang Mai um 16 % und innerhalb der letzten 12 Monate sogar um 57 %. Profitiert hat der Marktplatz Wien vom Engagement der führenden börsenotierten Unternehmen in Zentral- und Osteuropa. ■

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Österreichische Betriebe bei Luftfahrtsalon Le Bourget

An der diesjährigen internationalen Luftfahrtmesse in Le Bourget bei Paris beteiligten sich auch renommierte österreichische Betriebe, darunter TTTech AG, Diamond Aircraft Industries, Magna Steyr Flugzeugtechnik AG, Frequentis GmbH, Pankl Drivetrains, Austrian Aerospace GmbH, Arge Research Center, AMAG Rolling GmbH und Air Ambulance Technology. ■

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Zehn Jahre "Medizin ohne Grenzen"

Dr. Wolfgang Aulitzky, Initiator und Leiter des Programms, präsentierte am 20. Juni im Bundeskanzleramt eine Bilanz über die ersten zehn Jahre „Medizin ohne Grenzen“. Seine Idee war es, nach dem Fall des Eisernen Vorhangs das medizinische Wissen in Osteuropa an den „westlichen“ Standard anzugleichen.
Seit nunmehr zehn Jahren gibt es die universitäre Postgraduate-Ausbildung in Salzburg, bei der amerikanische und österreichische Experten ihr Wissen kostenlos weitergeben und ihre Erfahrung mit den Kollegen aus Osteuropa teilen. Diese Ausbildung des Open Medical Institute (OMI) basiert auf Seminaren, Praktika und Distance Learning.
Die American Austrian Foundation dient als Träger des Programms. Hauptsponsor ist neben George Soros, dem Gründer des Open Society Institute, das Bundeskanzleramt. Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bezeichnete diese Initiative als „einzigartiges Projekt, das jetzt vor den Vorhang geholt werden soll“. Außenministerin Ursula Plassnik und Bildungsministerin Elisabeth Gehrer stellten die Bedeutung des Open Medical Institute aus ihrer Sicht dar.
Das Postgraduate-Programm richtet sich vor allem an junge Ärzte zwischen 30 und 40 Jahren, die sehr gute Englischkenntnisse besitzen und bereits die mittlere Karrierestufe erreicht haben. „The best of the best“ zusammenzubringen, ist das Ziel. Zu den Partner-Universitäten zählen die Columbia University, das Children’s Hosptal of Philadelphia, das Duke University Medical Center sowie die Universitätskliniken Wien, Graz, Salzburg und Innsbruck. Der Schwerpunkt bei der Themenauswahl der Seminare wurde zu Beginn auf jene Bereiche gelegt, wo der größte Nachholbedarf in den Reformstaaten geortet wurde: Kardiologie, Anästhesie, Kinderheilkunde, Traumatologie, Urologie, Orthopädie und Psychiatrie sowie Public Health. ■

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Staatssekretär Morak: Ernst Jandl-Preis an Michael Donhauser

„In der Steiermark hat die Literatur, die Dichtung eine Heimat gefunden. Ich freue mich, dass wir heuer zum dritten Mal die Ernst-Jandl-Lyrik-Tage begehen. Wir wollen uns der Sprache widmen, zuhören, zurücklehnen und die Musik der Sprache erforschen. Ich danke Michael Donhauser für seine Arbeit und gratuliere zu dieser Auszeichnung“. Staatssekretär Franz Morak zeichnete am vergangenen Wochenende Michael Donhauser mit dem Ernst-Jandl-Preis für Lyrik in Neuberg an der Mürz aus. Als „unauffällige Radikalität“ bezeichnete Jörg Drews in seiner Laudatio Donhausers Schaffen. „Sein ausgenüchtertes Erzählen will pures Benennen übersteigen in Richtung Poesie, in Richtung Magie“, interpretierte Drews Michael Donhausers literarisches Wirken.
Donhauser wurde 1956 in Vaduz geboren. Er studierte Germanistik und Romanistik, seine ersten Werke veröffentlichte er 1986. Zu seinen wichtigsten Werken zählen „Die Wörtlichkeit der Quitte“ und der Lyrikband „Sarganserland.“ Zuletzt erschienen „Vom Schnee“, „Venedig: Oktober“ und „Vom Sehen“.
Der Ernst-Jandl-Preis für Lyrik wird seit 2001 alle zwei Jahre für hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der deutschsprachigen Lyrik vergeben und ist mit 14.600 Euro dotiert. Preisträger 2001 war Thomas Kling, 2003 Felix Philipp Ingold. ■

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Bedeutender spanischer Literaturpreis an Josef Winkler

Der Kärntner Autor Josef Winkler (geb. 1953) wurde am 15. Juni für seinen Roman „Wenn es soweit ist“ im Madrider Circulo de Bellas Artes mit dem Premio Lateral für ausländische Autoren ausgezeichnet. Der Preis der spanischen Zeitschrift „Lateral“, einer der angesehensten Kulturpublikationen der spanischsprachigen Welt, in der auch zahlreiche Literaturnobelpreisträger schreiben, vergibt den Preis an literarisch herausragende Werke, die zuvor nicht die angemessene Auszeichnung erfahren haben. ■

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Autor Franz Rieger gestorben

Franz Rieger – einer der „bescheidenen“ und „stillen“ Schriftsteller Oberösterreichs – ist 82-jährig am 11. Juni gestorben. Der gelernte Finanzbeamte und spätere Bibliothekar erlangte vor allem mit dem Roman „Schattenschweigen oder Hartheim“ – einer Auseinandersetzung mit der NS-Vernichtungsstätte Schloss Hartheim bei Eferding – überregionale Anerkennung. Das Buch kam 1985 heraus. Grundlage für den Roman sind Aufzeichnungen des Pfarrers von Hartheim und dessen Gewissenskonflikte angesichts der Gräueltaten im „Euthanasie-Schloss“. Riegers Roman gilt heute als eine der wichtigsten literarischen Auseinandersetzungen mit der „Mordstätte“ in Hartheim, wo von 1939 bis 1944 tausende Menschen von den Nazis umgebracht wurden. Das Fremde, die Verstörungen des Menschen vor allem auch in Dörfern und ländlichen Gebieten sowie geschichtliche Ereignisse waren Stoffe für Riegers literarisches Schaffen, das auch Erzählungen, Hörspiele und Lyrik umfasst. ■

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Schauspielerin Trude Marlen tot

Die österreichische Filmschauspielerin Trude Marlen ist am 9. Juni in Wien im Alter von 92 Jahren gestorben. Die gebürtige Grazerin wurde u.a. an der Seite von Willy Forst als UFA-Star berühmt. Sie war auch Gründungsmitglied der Wiener „Kleinen Komödie“, wo sie in den 70er und 80er-Jahren immer wieder auf der Bühne stand. Marlen war die Witwe von Wolf Albach-Retty, dem Vater von Romy Schneider. Ihren letzten Film, der 2001 in die Kinos kam, drehte sie mit Houchang Allahyari. ■

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ImPulsTanz 2005

Frauenschicksale stehen 2005 am Beginn und Ende des Festivals ImPulsTanz. Dazwischen wird von 14. Juli bis 14. August eine breite Palette der internationalen Tanzszene geboten. Eröffnet wird mit einem Höhepunkt: Das Ballett der Pariser Oper gastiert von 14. bis 16. Juli im Wiener Burgtheater. Gezeigt werden nicht die großen Klassiker, die den Ruhm des Ensembles begründen, sondern Zeitgenössisches. „Veronique Desnois“ ist ein Projekt des Choreographen Jerome Bel. Er hat sich vom Leben der Tänzerin Desnois, die Mitglied des Balletts der Pariser Oper gewesen ist, zu einer kontroversiellen Auseinandersetzung mit dem klassischem Tanz inspirieren lassen. Außerdem zeigt das Ensemble Choreographien von George Balanchine und Trisha Brown. Mit zwölf österreichischen Produktionen stehen heimische Choreographen im Zentrum. Als Wiederaufführung ist Bernd Bienerts Elfriede Jelinek-Interpretation „Unruhiges Wohnen“ zu sehen, die er ursprünglich für die Zürcher Oper erarbeitet hat. Für ImPulsTanz setzt er das Tanzepos mit Tänzern aus dem Ballett der Wiener Staatsoper um. Arbeiten von Philipp Gehmacher, Chris Haring, Elio Gervasi und Sebastian Prantl komplettieren den Österreich-Schwerpunkt. Zum Ende des Festivals zeigt die deutsche Regisseurin Helena Waldmann ihr Projekt „Letters from Trentland“, das sie mit iranischen Frauen erarbeitet hat. „8Tension“, die Jung-Choreographen-Reihe im Schauspielhaus, zeigt neun Produktionen von acht internationalen Choreographen, u.a. aus der Schweiz, den USA und Burkina Faso. Von Jahr zu Jahr umfangreicher präsentiert sich das Workshop- und Researchfestival. 77 Dozenten werden elf Researchprojekte und über 160 Workshops leiten. Ein großer Teil des vielfältigen Programms wurde speziell für Anfänger konzipiert; für Kinder und Jugendliche gibt es in Zusammenarbeit mit dem Jugendtheater „Dschungel“ ein ausgewähltes Angebot. ■

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Weibliche Avantgarde im Ringturm

Im Wiener Ringturm - der übrigens dieser Tage seinen 50. Geburtstag feiert - ist die Ausstellung „Die Neuen kommen“ zu sehen. Im Blickpunkt steht weibliche Avantgarde in der Architektur der Zwanziger Jahre. Die Ausstellung widmet sich dem vielfältigen Einfluss von Frauen – Architektinnen, Künstlerinnen, Designerinnen, Filmemacherinnen und Architekturtheoretikerinnen. Für eine neue Generation Frau, die ein völlig neues Selbstverständnis und Selbstvertrauen entwickelten, wurde das Entwerfen, Planen, Bauen, Gestalten und Einrichten und auch das Schreiben und Theoretisieren über Architektur sowie das Fotografieren zur künstlerischen Aufgabe. Das Spektrum der Ausstellung ist breit: Architekturfotografien, Zeichnungen und Dokumente – u.a. von Margarete Schütte-Lihotzky oder Friedl Dicker – werden ebenso gezeigt wie Gemälde und Pläne. Architektur diente diesen Vorreiterinnen zusehends zur Erleichterung des modernen Alltags. Das zeigt auch die „Frankfurter Küche“, die legendäre erste Einbauküche für die berufstätige Frau. ■

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Innsbrucker Festwochen

Freunde der Alten Musik werden in Innsbruck (Tirol) bei den Festwochen von 12. Juli bis 27. August verwöhnt: Als wesentliche Produktion steht heuer die barocke Tragikomödie „Don Chisciotte in Sierra Morena“ von Francesco Conti auf dem Programm, eine Oper, die 1719 für den Wiener Hof entstand. Sie ist in Innsbruck in eine Inszenierung von Stephen Lawless in voller Länge von viereinhalb Stunden zu hören. Es spielt die Akademie für Alte Musik Berlin, es dirigiert Festivalleiter René Jacobs. Daneben widmen sich die Festwochen für Alte Musik noch anderen Wiener Hofkomponisten, bieten aber auch Musik von Bach, Monteverdi oder Scarlatti. Lunchkonzerte, Kulissengespräche und ein Symposion über „Conti und die Wiener Hofoper“ ergänzen das Programm. ■

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Klangspuren Schwaz

Wem die Alte Musik zu viel ist, der kann sich in Schwaz (Tirol), in der Nähe des zauberhaften Achensees, der zeitgenössischen Avantgarde widmen. Zwischen 9. und 25. September gibt ein Osteuropaschwerpunkt Einblick in die Musikszene Polens und Lettlands, bietet aber auch Musik aus anderen Ländern: Zu hören sind u.a. moderne Klassiker wie Iannis Xenakis oder Helmut Lachenmann – der auch das herbstliche „Wien Modern“ dominieren wird – und die österreichischen Zeitgenossen Johannes Maria Staud und Georg Friedrich Haas, interpretiert etwa vom Frankfurter Ensemble Modern, dem Arditti String Quartet oder dem Freiburger Ensemble Recherche. Auch die große Blaskapelle der Swarovski Musik Wattens wird wieder spielen. „Klangspuren barfuß“ versucht Kinder zu bezirzen. ■

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"Elite-Uni" für Österreich

Mit dem „Austrian Institute of Advanced Science and Technology“ (AIAST) soll in den kommenden Jahren ein „Leuchtturm mit europäischer Strahlkraft“ entstehen. Eine vom Bildungsministerium eingesetzte Arbeitsgruppe hat kürzlich einen Endbericht über ein Projekt vorgelegt, das von dem Wiener Experimentalphysiker Anton Zeilinger und dem Wiener Chemiker Peter Schuster vorgeschlagen worden war. Es geht dabei vorrangig darum, eine Graduierten-Forschungseinrichtung zu errichten.
Am AIAST soll ab 1. Oktober 2006 „Forschung auf höchstem Niveau“ betrieben werden. Das soll die enge Zusammenarbeit von renommierten Wissenschaftlern und jungen Talenten bringen.
Vorgesehen ist, dass anfangs zehn Forschergruppen mit je fünf Wissenschaftlern an der neuen Einrichtung arbeiten. Im Vollausbau nach zehn Jahren, also 2016, sind 25 bis 30 Gruppen mit insgesamt etwa 500 Forschern geplant. Hauptaugenmerk wird zunächst auf Naturwissenschaften und Mathematik gelegt werden, später soll das AIAST auch auf andere wissenschaftliche Disziplinen ausgeweitet werden.
Wo das AIAST seinen Standort haben soll, ist allerdings noch nicht fixiert. Laut Zeilinger werden Vorschläge von Bundesländern, die an der Ansiedlung der Elite-Uni interessiert sind, erwartet. Angestrebt wird eine enge Zusammenarbeit mit Universitäten und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen.
Der Zugang zum AIAST ist beschränkt: Studium und Forschung sollen nur für „besonders qualifizierte Studierende“ zugänglich sein. Studiengebühren sind für die Lehrleistungen zu bezahlen, Stipendien vorgesehen. ■

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Josefstadt: Föttinger neuer Direktor

Ab 1. September wird der Schauspieler Herbert Föttinger das Wiener Theater in der Josefstadt leiten und somit Helmut Lohner nachfolgen. 1961 in Wien geboren, debütierte er 1993 in Ödön von Horváths „Geschichten aus dem Wienerwald“. Er verkörperte glänzend unzählige Rollen, zuletzt auch den Mackie Messer in Brecht/Weills „Dreigroschenoper“. Kunststaatssekretär Morak begrüßte die Berufung Föttingers: „Ich hoffe, dass er das Theater in eine erfolgreiche Zukunft führen wird“. Das Theatervollblut Föttinger selbst: „Ich hab die Tradition im Griff, aber die Zukunft im Auge“. ■

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Donaufestwochen um Grein und Glatt & Verkehrt in Krems

Die Donaufestwochen im Strudengau rund um Burg und Stadt Grein bieten von 29. Juli bis 15. August feinste Alte Musik, u.a. Mozarts Singspielfragment „Zaide“ (ab 6.8.).
Starke Reibungen gibt es beim Weltmusikfestival „Glatt & Verkehrt“ von 17. bis 31. Juli in Krems, so zwischen der Trachtenkapelle Rossatz und dem Klezmer-Trompeter Frank London. Breiten Raum wird die Musik Zentralasiens einnehmen. ■

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Logo für EURO 2008 präsentiert

Genau drei Jahre vor dem Start der Fußball-Europameisterschaft 2008 wurde das offizielle Logo am 7. Juni in der Wiener Hofburg vorgestellt. Im Zuge der Veranstaltung konnte auch der japanische Unterhaltungselektronik-Konzern JVC neben Carlsberg und McDonald´s ins Euro-Boot geholt und als dritter Hauptsponsor präsentiert werden. Das „Kind habe nun mit dem Logo ein Gesicht“, waren sich ÖFB-Präsident Friedrich Stickler, der Schweizer Amtskollege Ralph Zloczower sowie der schwedische UEFA-Generaldirektor Lars-Christer Olsson einig. Das Symbol steht für die Gipfel der Alpen, die den Fußball umarmen. Das Wort „EURO“ darunter ist in zwei verschiedenen Rot-Tönen gehalten, in Anlehnung an die Nationalfarben der beiden Gastgeberländer. Auch die Bergkette erstrahlt in Rot, der Ball erscheint in weiß-grau bis grün und ist Felslandschaften und grünen Wäldern sowie Tälern nachempfunden. Der grüne Kern des Balles gibt die Wichtigkeit von Natur in der Region wieder. Im Vorfeld wurde das Kapitel Förderverträge für den Aus- und Umbau der Stadien erfolgreich abgeschlossen. Die Fußball-EM bringt den Gastgeberländern eine Wertschöpfung von etwa 600 Mio Euro und 14.000 Arbeitsplätze. ■

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Sport als Vorbildwirkung

Die österreichische Menschenrechtsorganisation „Frauen ohne Grenzen“ initiierte ein Modellprojekt für den Mädchen-Fußball in Ruanda. Das Projekt mit dem Titel „Kicken für die Versöhnung – Selbstsicherheit, Kompetenz und Traumabewältigung durch Sport“ soll einen Beitrag zur Vergangenheitsbewältigung durch Sport nach dem Völkermord von 1994 leisten. Vorgestellt wurde es von Innenministerin Liese Prokop, Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer und der Vorsitzenden Edit Schlaffer. Für das gemeinsame Training von Hutu- und Tutsi-Mädchen konnte mit Unterstützung des österreichischen Sports die Ausrüstung für insgesamt 160 Mädchen zur Verfügung gestellt werden. „Es ist wichtig, den Sport in den Dienst von Entwicklung und Frieden zu stellen und somit die Ziele der UNO voranzutreiben“, betonte Schweitzer. „Toleranz und Anerkennung sind Werte, die über den Sport vermittelt werden. Diese können helfen, Vorurteile abzubauen und Gewalt entgegenzuwirken. Sport ist somit ein bedeutendes völkerverbindendes Element.“ ■

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60 Jahre Sportunion

Das Studio 44 im Haus der Lotterien war der festliche Mittelpunkt für das 60 Jahre-Jubiläum der Sportunion Österreich. Hausherr und Vorstandsdirektor Mag. Dr. Emil Mezgolits konnte zahlreiche Prominenz aus Sport, Politik und Wirtschaft begrüßen. Sport-Staatssekretär Karl Schweitzer überbrachte seine herzlichsten Glückwünsche und bedankte sich bei der Präsidentin der Sportunion, Bundesministerin Liese Prokop, sowie bei deren Generalsekretär Mag. Fritz Smoly für die konstruktive Zusammenarbeit und den mittlerweile seit sechs Jahrzehnten ausgehenden Sportsgeist. In einem festlichen Rahmen wurde auf der Bühne die Erfolgsstory der Sportunion in Form einer bewegten Geschichte dargestellt. ■

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Österreichischer dm-Frauenlauf: Lauf der Rekorde

10.105 Frauen und Mädchen aus 37 Nationen waren heuer die Stars im Wiener Prater. Mehr als 20.000 Zuschauer sorgten für eine gute Stimmung. Der alte Streckenrekord von 15:43,4 der Österreicherin Susanne Pumper wurde von der 24jährigen Deutschen Sabrina Mockenhaupt auf 15:42,9 verbessert. Die Organisatorin Ilse Dippmann verlieh den Österreichischen Frauenlauf-Award an die US-Lauflegende und Initiatorin des ersten Frauenlaufbewerbes der Welt, Katrine Switzer. Sie war maßgeblich daran beteiligt, dass der Marathon 1984 für Frauen als offizielle olympische Disziplin aufgenommen wurde. ■

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