Programmperiode 2000-2006

In der Programmperiode 2000 bis 2006 standen in Österreich Strukturfondsmittel von rund 1,9 Milliarden Euro zur Verfügung. Diese Mittel wurden auf zwei Ziele (Ziel 1, Ziel 2) mit regionalem Bezug, ein Ziel (Ziel 3) mit nationalem Bezug und Gemeinschaftsinitiativen verteilt.
Davon entfielen 13 Prozent auf Ziel 1, 39,5 Prozent auf Ziel 2 und Phasing out Regionen, 0,5 Prozent auf die Gemeinschaftsinitiative URBAN II, auf Ziel 3 und EQUAL entfielen 36 Prozent und auf die Gemeinschaftsinitiative INTERREG III rund 10 Prozent.

In diese Periode fiel der EU-Beitritt Polens, der Tschechischen Republik, der Slowakei, Ungarns, Sloweniens, Estlands, Lettlands, Litauens und Maltas im Jahr 2004. Dabei wurde unter anderem verstärkte Aufmerksamkeit auf die Zusammenarbeit der Regionen entlang der Grenzen zwischen den alten und den neuen EU-Mitgliedsländern gelegt.

In der Periode 2000 bis 2006 war die Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums (ausgenommen im Ziel-1-Programm Burgenland und der Gemeinschaftsinitiative LEADER+) nicht mehr Teil der Strukturfondspolitik sondern wurde in die Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) integriert. Für die ländliche Entwicklung gab es auch keine spezifische Gebietseinteilung mehr. Im Rahmen der Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums standen für Österreich jährlich Mittel von 423 Millionen Euro zur Verfügung, das waren 9,7 Prozent der EU-weiten Gesamtmittel für die ländliche Entwicklung.

Die Ziel-Programme

Unter Berücksichtigung der nationalen und regionalen Problemlagen und entsprechend der Vorgaben der EU (Strukturfondsverordnungen) wurden in den Bundesländern regionale Programme und auf nationaler Ebene das Beschäftigungsprogramm erarbeitet und Projekte umgesetzt:

Ziel 1: Regionen mit Entwicklungsrückstand

Unter Ziel 1 fielen Regionen, deren Pro-Kopf-BIP weniger als 75 Prozent des Gemeinschaftsdurchschnitts betrug. In Österreich war damit das Burgenland im Zeitraum 2000 bis 2006 im Rahmen von Ziel 1 förderfähig.

Ziel 2: In Umstellung befindliche Gebiete

Hier wurden Gebiete mit Strukturproblemen gefördert. Dabei wurden vier Arten von Gebieten unterschieden:

  • Industriegebiete,
  • ländliche Gebiete,
  • städtische Gebiete,
  • von der Fischerei abhängige Gebiete.

Nach den Vorgaben der Kommission wurden in allen Bundesländern mit Ausnahme des Ziel 1 Gebiets Burgenland Ziel 2 Gebiete abgegrenzt. Insgesamt entsprach diese Abgrenzung einem Bevölkerungsanteil von 25 Prozent.

Karte: Zielgebiete EU-Strukturfonds 2000-2006

© ÖROK
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Blau: Ziel 1: Regionen mit Entwicklungsrückstand
Rot: Ziel 2: In Umstellung befindliche Gebiete
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Ziel 3: Bildung, Ausbildung und Beschäftigung

Ziel 3 förderte die Anpassung und Modernisierung der Bildungs-, Ausbildungs- und Beschäftigungspolitiken und -systeme. Gefördert werden vor allem Menschen mit besonderen Schwierigkeiten beim Zugang zum Arbeitsmarkt. Das Ziel 3 Programm 2000 bis 2006 kam in ganz Österreich – mit Ausnahme des Ziel-1-Gebiets Burgenland - zum Einsatz.

Ergänzend zu Ziel 3 wurden im Rahmen der Gemeinschaftsinitiative EQUAL innovative Maßnahmen zur Bekämpfung von Diskriminierungen und Ungleichbehandlung am Arbeitsmarkt gefördert.

Weitere Informationen:

Europäische Sozialfonds

Regionale Gemeinschaftsinitiativen

  • INTERREG III
  • URBAN II
  • LEADER +

INTERREG III

Diese Gemeinschaftsinitiative förderte die grenzübergreifende, transnationale und interregionale Zusammenarbeit.
In Österreich wurden in dieser Periode insgesamt sieben INTERREG III A-Programme umgesetzt, vier davon mit den neuen EU-Mitgliedstaaten Tschechische Republik, Slowakei, Ungarn und Slowenien. Die Gestaltung des Übergangs der Beziehungen entlang von Außengrenzen hin zum Aufbau von Beziehungen und Kooperationsstrukturen an EU-Binnengrenzen war hier das bestimmende Thema.

Österreich war zwischen 2000 und 2006 mit allen Bundesländern auch an den transnationalen INTERREG III B Programmen Alpenraum und CADSES (Central Adriatic Danubian South Eastern European Space) beteiligt. Diese Programme verfolgten das Ziel, die räumliche Integration innerhalb Europas durch Zusammenarbeit von nationalen, regionalen und lokalen Behörden in europäischen "transnationalen" Großregionen zu fördern.

Kooperationen zwischen Regionen im EU-Raum wurden durch die INTERREG III C Programme ermöglicht. Die Zusammenarbeit erfolgte in vier Programmzonen: Süd-, Nord-West-, Nord-Ost- und Ost-Europa, wobei Österreich zu letzterer gehört.

URBAN II

Hier stand die wirtschaftliche und soziale Wiederbelebung von Stadtvierteln mit besonderen Problemlagen im Mittelpunkt.
In Österreich wurden Programme dieser Gemeinschaftsinitiative aufgrund der spezifischen Problemlagen in Teilen von Wien und Graz umgesetzt.

LEADER+

Die Gemeinschaftsinitiative LEADER+ förderte innovative Aktivitäten zur Entwicklung des ländlichen Raums. Im Vordergrund standen dabei die Entwicklung integrierter regionaler Entwicklungsstrategien gegenüber sektorspezifischen Aktionen, die Mitwirkung der lokalen Bevölkerung sowie die intensive Zusammenarbeit und Vernetzung der ländlichen Gebiete.

LEADER+ kam im Unterschied zu den Zielgebietsprogrammen im gesamten ländlichen Raum zum Einsatz. Entsprechend den Vorgaben der EU bildete allerdings die Organisation von Regionen in Form von "Lokalen Aktionsgruppen" mit einer eigenen Entwicklungsstrategie die Voraussetzung für die Teilnahme am LEADER+ Programm Österreich.

Weitere Informationen:

Netzwerkprogramme

Der Aufbau von Kooperationsnetzen und die Förderung von Erfahrungsaustausch wurden von drei weiteren thematischen Netzwerkprogrammen abgedeckt:

  • ESPON: das europäische Raumbeobachtungsnetzwerk
  • INTERACT: Unterstützung der Stellen, welche die Kooperationsprogramme verwalten
  • URBACT: von Städten organisierte thematische Netzwerke