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Kongresssaal

Reichlich verzierter Saal mit Stuckdecke.

Bild 1: Die Breitseite des Saals (© BPD/imb)

Der Kongresssaal ist wohl der geschichtsträchtigste Raum des Bundeskanzleramtes. Hier tagte in den Jahren 1814 und 1815 der Wiener Kongress (siehe Wiener Kongress). In diesem Zusammenhang haben sich einige Mythen gebildet, wie etwa jene der "fünf Türen für fünf Herrscher". Der Legende nach sollen die fünf Souveräne von Österreich, Russland, Frankreich, Preußen und Großbritannien zur Unterzeichnung der Kongressakte gleichzeitig jeweils von einer der fünf Türen eingetreten sein, um so dem Protokoll Genüge zu tun.

Es sprechen jedoch zwei Fakten gegen diese These: Zum einen kam es niemals zu einem derartigen Zusammentreffen – die Akte wurde nämlich nur durch Bevollmächtigte unterschrieben und erst später von den Herrschern ratifiziert – wo genau ist nicht bekannt. Zum anderen sind zwei der fünf Türen Blindtüren, hinter denen sich winzige Abstellräume verbergen. Und welcher Kaiser will schon in einer dunklen Besenkammer auf seinen Auftritt warten?


Die mächtige Türe lässt sich kaum öffnen.

Bild 2: Diese schöne Türe führt – ins Nichts (© BPD/imb)

Eine weitere bauliche Eigenart sorgte seit jeher für Spekulationen: In der Decke befinden sich unauffällig verzierte Gitteröffnungen, die für eine bessere Entlüftung sorgen sollen. In Zeiten von Kerzenbeleuchtung war das sicher hilfreich. Metternich soll jedoch Erzählungen zufolge in dem darüber liegenden Dachboden seine geheimen Agenten postiert haben, die dort alle Beratungen belauschen konnten. Tatsächlich jedoch saßen dort – ganz offiziell – die Schreiber, die die Protokolle führten.

Auch heute ist der Kongresssaal kein Ort heimlicher Beratungen. Ganz im Gegenteil: Hier finden die wöchentlichen Pressefoyers nach dem Ministerrat statt. Und diese können via Radio, Fernsehen oder online (im Videoservice) von allen, die das wollen, mitverfolgt werden.

Der Kongresssaal wurde im Zweiten Weltkrieg beschädigt (siehe "Zweiter Weltkrieg"). Der imperiale Glanz dieses Saales wurde jedoch danach originalgetreu wiederhergestellt.

Unauffälige Gitter in der Stuckdecke

Bild 3: Belüftungsgitter in der Decke sorgen für Spekulationen. (© BPD/imb)

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