Der Österreichische Verwaltungspreis

Mit dem "Österreichischen Verwaltungspreis", der 2010 zum 4. Mal ausgeschrieben wurde, werden herausragende Leistungen, innovative Entwicklungen und erfolgreiche Modernisierungsprozesse öffentlicher Organisationen gewürdigt. Im Sinne von Best Practice und Benchmarking zielt er darauf ab, zukunftsweisende, bereits umgesetzte Ideen und Reformprojekte zu prämieren, einem größeren Publikum vorzustellen und den Austausch und die Vernetzung zwischen Verwaltungseinrichtungen zu fördern. Zur Einreichung standen folgende vier Kategorien zur Verfügung:

  1. Kategorie "BürgerInnenorientierung – Die Sichtweise von außen interessiert uns"
  2. Kategorie "Management von Diversity, Integration und Gender – Potential für die Verwaltung von morgen"
  3. Kategorie "BürgerInnenmitwirkung – ein Mehr an Demokratiequalität"
  4. Kategorie "Bürokratieabbau und Zusammenarbeiten zum Nutzen der BürgerInnen"

Nähere Informationen zum Ablauf und zu den einzelnen Kategorien finden sie in unserem Informationsfolder Verwaltungspreis 2010 (PDF 188 kB).

Bewerbungsschluss war der 30. November 2010. Im Rahmen der feierlichen Preisverleihung, die am 28. März 2011 im Rathaus Wien stattfand, überreichte Frau Bundesministerin Heinisch Hosek den glücklichen GewinnerInnen Trophäen und Urkunden. Insgesamt wurden vier Projekte mit Preisen prämiert, elf weitere Projekte wurden mit einer Anerkennung gewürdigt.

Zu den Preisen und Anerkennungen - Verwaltungspreis 2010

Beschreibung der Preiskategorien im Detail

Ausgezeichnet werden Projekte öffentlicher Verwaltungen und deren Beteiligungen, die sich zumindest in Umsetzung befinden und innovativen Charakter haben. Die Beschreibung der Preiskategorien erfolgt als eine Art Checkliste mit möglichen Zugängen zum Thema, die potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern die Auswahl des Projektes erleichtern soll und deutlich macht, von welchem Verständnis bei der Beurteilung ausgegangen wird.

Kategorie "BürgerInnenorientierung – Die Sichtweise von außen interessiert uns"

  • Die Organisation verfolgt das Ziel, die Leistungen rasch, effizient, verständlich, problemlösungsorientiert und kohärent zu erbringen.
  • Zielgruppen der Verwaltungsleistungen sind definiert und die Leistungen sind entsprechend ausgestaltet und deutlich kommuniziert
  • Anhand von aussagekräftigen Indikatoren wird der Nutzen der Verwaltungsleistungen für BürgerInnen gemessen.
  • Das Erheben der verschiedenen Bedarfs- und Interessenslagen (mit einer Darstellung von alternativen Leistungsqualitäten inkl. Kosten-Nutzen Darstellung) ist Teil der Strategie. Die Ergebnisse dieser KundenInnenzufriedenheitsmessung fließen systematisch in die konkrete Aufgabenerfüllung ein.
  • KundInnen fühlen sich gut betreut in einem freundlichen, von Transparenz geprägten Umfeld.
  • Standards über die zu erwartende Qualität der Leistungen sind nach außen kommuniziert. Sie stärken das Vertrauen in die Verwaltung und verbessern die Leistungen. Den MitarbeiterInnen bieten sie Anhaltspunkte, was von ihnen erwartet wird.
  • Sie haben eine innovative Idee zum Nutzen der BürgerInnen umgesetzt, die eine Weiterentwicklung von bereits gängigen Angeboten (zum Beispiel Bürgerbüro oder eine neue Homepage) darstellt.
Zum Seiteninhalt

Kategorie "Management von Diversity, Integration und Gender – Potential für die Verwaltung von morgen"

  • Die Bevölkerung setzt sich zusammen aus jungen und alten Menschen, Frauen und Männern, Menschen mit und ohne Migrationshintergrund, Frauen und Männern mit Behinderungen und Beeinträchtigungen, unterschiedlichen sexuelle Orientierungen… Diversity-, Gender- oder Integrationsaspekte sind Teil der Organisationsstrategie und sie bestimmen das Verwaltungshandeln im Alltag.
  • Das Personalmanagement fördert zum Beispiel die Aufnahme, Aus- und Weiterbildung von Menschen mit Migrationshintergrund um die Wirksamkeit des Verwaltungshandelns zu erhöhen.
  • Gender Budgeting berücksichtigt bei der Ressourcenverteilung die für Männer und Frauen unterschiedlichen Wirkungen der Ressourcenverteilung und trägt damit zu mehr Gerechtigkeit bei.
  • Zugänge zu Informationen stehen in der Weise zur Verfügung, dass die betroffenen Zielgruppen sie auch tatsächlich nützen können, etwa mehrsprachig, barrierefrei…
  • Sprachliche und sozialkulturelle Kompetenzen einzelner Gruppen werden systematisch für die Aufgabenerfüllung nutzbar gemacht.
  • Mit sozial benachteiligten KundInnen wird behutsam und respektvoll umgegangen und für diese werden individuelle Leistungen gesucht.
Zum Seiteninhalt

Kategorie "BürgerInnenmitwirkung – ein Mehr an Demokratiequalität"

  • Zielgruppenorientierte Einbeziehung von BürgerInnen an politischen Entscheidungsprozessen, zum Beispiel an strategischen Projekten (Infrastrukturvorhaben), an „operativen“ Vorhaben im Umfeld der BürgerInnen (zum Beispiel Stadterneuerungsprojekte, BürgerInnenhaushalt, Gender Budgeting), an Projekten von sozialer Relevanz auf lokaler/regionaler ebenso wie auf nationaler/internationaler Ebene.
  • Beteiligung von Betroffenen, von Interessierten an Planungs-, Leistungserstellungs- und an Kontroll-/ Evaluierungsprozessen
  • Einbeziehen von BürgerInnen/KundInnen in die Gestaltung und Verbesserung von Dienstleistungen und Produkten (siehe CAF Indikator im Kriterium 5.2)
  • Aktives Ermuntern und „Befähigen“ von BürgerInnen, sich selbst beziehungsweise Interessensgruppen zu organisieren und Schaffen entsprechender Rahmenbedingungen für das Aufbauen/Sichern von gegenseitigem Vertrauen (Werterahmen)
  • Alle relevanten Informationen stehen zur Verfügung und machen die konkrete Fragestellung für die Betroffenen/Interessierten transparent.
  • Mitwirkung von ehrenamtlich Tätigen bei der Erfüllung öffentlicher Aufgaben (zum Beispiel persönliche Dienste)
  • Die Einbeziehung der „Außensicht“ zum Beispiel für einfachere Prozesse sichert die Effizienz von Verwaltungstätigkeiten.
  • Die Anwendung der “Standards für Öffentlichkeitsbeteiligung“ bringen höhere Qualität im Ergebnis.
  • Messungen der Zufriedenheit der BürgerInnen mit der Bürgerbeteiligung sind erfolgt oder werden konkret geplant.
  • BürgerInnenmitwirkung bezieht sich auf die verschiedenen Aspekte der Wirkungen. Sie trägt dazu bei, die soziale, ökologische und wirtschaftliche Nachhaltigkeit zu sichern, das Gemeinwohl (Public value) zu fördern, Integrationsleistungen zu verstärken, die Beiträge verschiedener Werthaltungen und Kulturen von Bevölkerungsgruppen zu nutzen.
Zum Seiteninhalt

Kategorie "Bürokratieabbau und Zusammenarbeiten zum Nutzen der BürgerInnen"

  • Die Auswirkungen und die Verständlichkeit von Rechtsvorschriften werden kritisch hinterfragt und es werden Initiativen zur Prozessverbesserung gestartet.
  • Durch Aufgabenkritik wird die Sinnhaftigkeit von angebotenen Leistungen sowie die Effizienz und Effektivität der Verwaltungsprozesse hinterfragt.
  • Die Vorlageverpflichtung von Urkunden wird kritisch geprüft und im Sinne der KundInnenorientierung reduziert (zum Beispiel Pflicht zur Vorlage des Meldezettels trotz ZMR).