Montag, 17. Dezember 2012

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Bundeskanzler Faymann: Transparenz und Spekulationsverbot

Bundeskanzler Werner Faymann hat sich in der ORF-"Pressestunde" am 16. Dezember einmal mehr für vollkommene Transparenz der Budgets und der Finanzverwaltung des Bundes und der Länder ausgesprochen. Anlass sind die Spekulationsgeschäfte der Bundesländer vor dem Hintergrund der Finanzkrise.

Faymann bekräftigte seine Forderung nach "strengen Regeln für die Veranlagung von öffentlichen Geldern und einem Spekulationsverbot". Das solle durch ein Verfassungsgesetz geregelt werden. Weiters müssten die Finanzen bzw. Geldanlagen der Länder und Gebietskörperschaften transparenter gemacht werden, unterstrich Faymann.

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Grünes Licht für Gesundheitsreform

Bund, Länder und Sozialversicherung haben sich am 11. Dezember auf die Gesundheitsreform geeinigt. Zentrales Element der Vereinbarung ist ein "partnerschaftliches Zielsteuerungsmodell". Damit wollen die Vertragspartner den Bereich niedergelassene Ärzte und Spitäler künftig gemeinsam planen, steuern und finanzieren. Sollte sich ein Partner nicht an die getroffenen Vereinbarungen halten, sind Sanktionen vorgesehen, über die letztlich die Bundesregierung entscheiden würde.

Konkret hat man sich auf zwei Bund-Länder-Vereinbarungen (15a-Vereinbarungen) geeinigt: eine zur Zielsteuerung und die zweite zur Finanzierung des Gesundheitswesens. In Kraft treten sollen diese Anfang 2014.

Zur gemeinsamen Planung und Steuerung der niedergelassenen Ärzte und Spitäler werden Zielsteuerungskommissionen auf Bundesebene und in den Ländern (mit Vertretern aus Bund, Ländern und Sozialversicherung) installiert.

Grund für die Reform sind die steigenden Kosten, wobei Gesundheitsminister Alois Stöger und alle anderen Verantwortlichen ausdrücklich betonen, dass weiterhin mehr Geld in das Gesundheitswesen fließen werde und keine Einsparungen vorgenommen würden.

Ziel ist es, den Kostenanstieg von jährlich 5,2 Prozent bis 2016 auf das angenommene BIP-Wachstum von 3,6 Prozent zu senken. Daraus ergeben sich in Summe Ausgabendämpfungen von 3,43 Milliarden Euro (Länder 2,058 Milliarden Euro, Sozialversicherung 1,372 Milliarden Euro). Die öffentlichen Gesundheitsausgaben sollen demnach im Jahr 2016 statt 26,85 Milliarden Euro nur noch 25,56 Milliarden Euro betragen.

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Neuregelung der Pendlerpauschale

Die Bundesregierung hat am 11. Dezember im Ministerrat die Ausweitung der Pendlerpauschale beschlossen. Neben dem bestehenden System der Freibeträge kann künftig je gefahrenem Kilometer ein Euro als Absetzbetrag beim Finanzamt eingereicht werden – einmal pro Jahr. "Eine Million Menschen wird davon profitieren, vor allem Teilzeitbeschäftigte und Kleinverdiener", unterstrich Bundeskanzler Werner Faymann beim Pressefoyer nach dem Ministerrat. Förderungen auf Basis ökologischer Überlegungen gibt es künftig auch für den öffentlichen Nahverkehr: So würden die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel – dort wo der Dienstgeber freiwillig ein "Job-Ticket" zur Verfügung stelle – dem Dienstnehmer steuerfrei ersetzt, der Arbeitgeber könne diese Ausgaben dafür von der Steuer absetzen, erklärte Faymann. Demnach ist das Job-Ticket als Lohnanteil von Lohnsteuer- und Sozialversicherungsabgaben befreit.

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Bilanzpolizei, neues Obsorgerecht

Der Nationalrat hat am 5. Dezember unter anderem eine "Bilanzpolizei" beschlossen und damit eine EU-Richtlinie umgesetzt. Als oberste Prüfbehörde fungiert die Finanzmarktaufsicht (FMA), die allerdings extern durch private Prüfstellen unterstützt werden soll. Künftig wird die FMA Jahresabschlüsse, Konzernabschlüsse und andere Informationen börsenotierter Unternehmen auf Rechtmäßigkeit, Richtigkeit und Einhaltung der Rechnungslegungsstandards überprüfen. Bei Verstößen kann die FMA eine Veröffentlichung anordnen. Bei Falschangaben sind Strafen bis zu 100.000 Euro möglich.

Einen wichtigen Schritt in Richtung moderneres Familienrecht setzte der Nationalrat neben anderem mit der Neuregelung der Obsorge: Diese kann künftig auch bei streitigen Trennungen beiden Eltern übertragen werden – nach Ablauf einer sechsmonatigen "Phase der vorläufigen elterlichen Verantwortung". Zudem können künftig auch ledige Väter die gemeinsame oder alleinige Obsorge (auch gegen den Willen der Mutter) beantragen. Nicht verheiratete Eltern können gemeinsames Sorgerecht am Standesamt vereinbaren.

In Patchwork-Familien können Personen, die im selben Haushalt leben und "in einem familiären Verhältnis" zum Elternteil stehen (wie Großmutter oder Lebensgefährte) diesen in Notfällen in "Obsorgeangelegenheiten des täglichen Lebens" vertreten. Das "Kindeswohl wird im Gesetz definiert und in den Mittelpunkt der Entscheidung gerückt.

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Bundeskanzler Faymann bei EU-Gipfel

Die EU-Staats- und Regierungsspitzen haben sich am 14. Dezember bei ihrem Gipfel in Brüssel auf die nächsten Schritte zur Bankenunion geeinigt. Die Bankenaufsicht, auf die sich die EU-Finanzministerinnen und -minister tags zuvor geeinigt hatten, sei hierzu ein "wichtiger, gar nicht klein zu redender erster Schritt", sagte Bundeskanzler Werner Faymann nach Abschluss des Europäischen Rates. Als nächstes müssten jedoch Mechanismen für die Abwicklung von (bankrotten) Banken erarbeitet werden, damit die Steuerzahlenden im äußersten Fall nicht mehr automatisch die Rechnung präsentiert bekämen, so Faymann. Derzeit sei der Staat noch Letztsicherung für Bankrott-Banken, was die nationalen Budgets belaste. Logischer dritter Schritt wäre dann die Einlagensicherung, sagte der Bundeskanzler.

Die EU-Kommission will im Laufe des kommenden Jahres einen Vorschlag für einen einheitlichen Abwicklungsmechanismus für die an der Bankenaufsicht teilnehmenden Mitgliedstaaten vorlegen. Ziel ist es, die Finanzmarktstabilität zu sichern und die Steuerzahlenden vor möglichen Bankenkrisen zu schützen.

Diskutiert wurden beim EU-Gipfel auch Möglichkeiten zur stärkeren Annäherung in der Union und über die dafür nötigen Strukturreformen. Aus Faymanns Sicht beinhalten Strukturreformen unter anderem die Förderung der Rechtsstaatlichkeit in einigen Ländern, den Aufbau funktionierender Finanzbehörden oder den Kampf gegen Steuerbetrug bis hin zu "Gerechtigkeitsfragen" wie etwa die Finanztransaktionssteuer. Die Vorbereitungen für letztere könnten im ersten Halbjahr 2013 starten, erklärte Faymann.

In Österreich werden der zentralen Bankenaufsicht unter Oberhoheit der Europäischen Zentralbank (geplant ab 2014) nach derzeitigem Stand neun Banken unterstehen. Kriterium dafür ist eine Bilanzsumme über 30 Milliarden Euro.

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Bundeskanzler Faymann bei Friedensnobelpreis-Gala in Oslo

Die Europäische Union ist am 10. Dezember in Oslo mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Damit wurde die Union für ihren Beitrag für ein friedliches und stabiles Europa geehrt. An der Verleihung nahmen neben anderen die Staats- und Regierungsspitzen der 27 EU-Mitgliedstaaten teil. Österreich war durch Bundeskanzler Werner Faymann vertreten.

Für Faymann ist der Friedensnobelpreis nicht nur eine Anerkennung des Geleisteten, sondern auch ein Auftrag an die EU, sich weiter zu entwickeln. Europa müsse noch stärker für den sozialen Ausgleich stehen, für ein Miteinander aller Menschen in Europa als gemeinsames Projekt, "das möglichst alle Bürgerinnen und Bürger am wirtschaftlichen Wohlstand teilhaben lässt und das die Menschenrechte sichert", erklärte Faymann.

Die Akzeptanz der Menschen sei davon abhängig, wie man die wirtschaftlichen Herausforderungen bewältige, vor allem, ob es gelinge, "die Arbeitslosigkeit zu senken und jungen Menschen Hoffnung und Perspektiven zu geben", so Faymann. Daher müsse man Wirtschaftswachstum und Beschäftigung forcieren, sagte der Bundeskanzler.

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Bundespräsident Fischer in Argentinien und Chile

Bundespräsident Heinz Fischer hat vom 3. bis 7. Dezember Argentinien und Chile bereist. Begleitet wurde er von Infrastrukturministerin Doris Bures, Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner und einer großen Wirtschaftsdelegation unter Führung des Präsidenten der Wirtschaftskammer Österreich (WKO), Christoph Leitl. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Argentiniens Präsidentin Cristina Fernandez de Kirchner und dem chilenischen Präsidenten Sebastian Pinera standen Europa und Wirtschaftsthemen. Vordringliches Ziel der fünftägigen Reise war denn auch eine Intensivierung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen. Mit Argentinien wurde zudem ein Abkommen zur Förderung von Wissenschaftsprogrammen unterzeichnet. Chile und Österreich unterzeichneten ein Doppelbesteuerungsabkommen.

Gute Marktchancen sieht die WKO in den traditionell starken österreichischen Erfolgsbranchen Bau, Bergbau, Maschinen, Straßen-, Tunnel- und Kraftwerksbau sowie vor allem auch im alternativen Energiebereich und in der Umwelttechnologie.

Allein im ersten Halbjahr 2012 stieg der österreichisch-argentinische Außenhandel laut WKO um 31,8 Prozent auf 176 Millionen Euro. In Argentinien sind derzeit rund 25 heimische Firmen mit eigenen Niederlassungen vertreten, über 300 österreichische Firmen werden von lokalen Vertretern betreut. Der bilaterale Handel mit Chile hat sich in den vergangen drei Jahren mehr als verdoppelt und erreichte den Rekordwert von 282 Millionen Euro.

Auch Verkehrsministerin Bures bezeichnete Chile als ein "wirtschaftliches Musterland", das österreichischen Unternehmen gute Chancen im Verkehrs- und Infrastrukturbereich, insbesondere im Tunnelbau, biete.

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BIP 2012: WIFO rechnet mit Jahresplus

Laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) ist das BIP im dritten Quartal doch nicht, wie von der Österreichischen Nationalbank prognostiziert, geschrumpft: Das Bruttoinlandsprodukt lag um 0,1 Prozent über jenem des zweiten Quartals. Im Jahresabstand lag das BIP im Zeitraum Juli bis September sogar um 0,7 Prozent höher.

Positiver als die Nationalbank sieht das Wirtschaftsforschungsinstitut auch das Gesamtjahr 2012: "Wir werden höchstwahrscheinlich bei den 0,6 Prozent bleiben." Für 2013 erwartet das WIFO ein BIP-Wachstum im Bereich von einem Prozent. Gerettet hätten das dritte Quartal vor allem die Einfuhren und der Bausektor. Grund zum Jubeln sieht das WIFO aber keinen. So gingen zum Beispiel die Investitionen zurück. Schwach blieb auch der private Konsum. Dieser hat zwar immer noch eine stabilisierende Wirkung auf die heimische Wirtschaft, große Sprünge macht er allerdings nicht.

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Gesamtverkehrsplan bis zum Jahr 2025 für Österreich präsentiert

Verkehrsministerin Doris Bures legte am 14. Dezember einen Gesamtverkehrsplan für Österreich vor. Die Bundesministerin kündigte unter anderem die Einführung eines Taktfahrplans und eine österreichweite, verkehrsmittelübergreifende Verkehrsauskunft an. Bis 2025 werden zudem die Kapazitäten auf den Bahn-Hauptachsen ausgebaut, Ziel: 40 Prozent des Güterverkehrs auf der Schiene. Erfreulich auch, dass die Preise für den öffentlichen Verkehr in Zukunft nicht stärker steigen sollen als die Inflationsrate. Ehrgeizig sind die Umweltziele: Bis 2025 soll der Kohlendioxyd- Ausstoß im Verkehr auf 13 Millionen Tonnen gesenkt werden, der Ausstoß von Stickoxiden soll um 70 Prozent und der Feinstaub um 50 Prozent reduziert werden.

Im europäischen Vergleich sticht Österreich bei der Nutzung des öffentlichen Verkehrs hervor. So legen die Österreicherinnen und Österreicher 25 Prozent all ihrer Wege mit Bahn, Bus, Straßenbahn oder U-Bahn zurück. Nur Tschechien und Ungarn haben noch höhere Anteile am öffentlichen Verkehr.

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10 Jahre Austria Wirtschaftsservice

Die öffentliche Förderbank Austria Wirtschaftsservice (aws) feierte am 11. Dezember mit einer Festveranstaltung ihr zehnjähriges Gründungsjubiläum. "Insgesamt hat die aws von 2002 bis 2012 über 63.000 Projekte mit einer Förderleistung von 10,2 Milliarden Euro unterstützt und damit Investitionen von 47,8 Milliarden Euro mobilisiert", zieht Wirtschaftsminister und aws-Eigentümervertreter Reinhold Mitterlehner Bilanz. In erster Linie begleitet sie Gründer und Klein- und Mittelbetriebe von der guten Idee bis zum Markterfolg.

Beim neuen "Frontrunner"-Förderprogramm baut auch Innovationsministerin Doris Bures auf die Zusammenarbeit mit der aws: "Wir haben rund 150 Unternehmen, die in ihrem Bereich weltweit Technologieführer sind. Diese 'Frontrunner' haben sich einen entscheidenden Vorsprung herausgearbeitet. Wir unterstützen sie dabei, dass sie ihre Position weiter ausbauen."

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Inflation in Österreich bei 2,8 Prozent

Die Inflationsrate ist in Österreich im November weiterhin bei hohen 2,8 Prozent geblieben. Grund für die anhaltend starke Geldentwertung war vor allem die Beschleunigung des Preisauftriebs bei Nahrungsmitteln auf 3,6 Prozent im Jahresabstand.

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Ohne Gentechnik hergestellte Produkte sind Aushängeschild Österreichs

Anlässlich des Jubiläums 15 Jahre ARGE Gentechnik-frei hebt Gesundheitsminister Alois Stöger Österreichs Vorreiterrolle in Europa hervor: "Viele Menschen wollen Lebensmittel ohne Gentechnik auf ihrem Teller – mit dem Codex und der Kennzeichnung durch die ARGE Gentechnik-frei schaffen wir Rechtssicherheit und Transparenz und ermöglichen ein breites Angebot. Es freut mich, dass sich damit den heimischen Landwirten neue Marktchancen bieten." Mehr als 1.950 österreichische Lebensmittel sind mit dem Kontrollzeichen "Ohne Gentechnik hergestellt" ausgelobt.

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Holzbau verzeichnet Zuwachs

Die Holzindustrie bricht anlässlich der Ausstellung "Bauen mit Holz" im Wiener Künstlerhaus einmal mehr eine Lanze für den Holzbau. Die Umsätze seien weiter gestiegen, ebenso die Marktanteile gegenüber anderen Baustoffen. Kürzere Bauzeiten und niedrigere Kosten, die durch einen hohen Grad an Vorfertigung möglich seien, hätten zu dem Wachstum beigetragen. "Österreichs Holzindustrie ist hochmodern und weltweit führend. Die Technologie ist der Bauordnung weit voraus", heißt es bei ProHolz, der Arbeitsgemeinschaft der österreichischen Holzwirtschaft. Auch der brandsichere Bau höherer Gebäude zwischen fünf und acht Geschossen stelle technisch kein Problem mehr dar.

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Neuregelung der Studienbeiträge im Nationalrat beschlossen

Die am 6. Dezember beschlossene Neuregelung sieht Studienbeiträge in Höhe von 363 Euro vor, die von Langzeitstudierenden, außerordentlichen Studierenden und – nunmehr in doppelter Höhe – von Studierenden aus Drittstaaten eingehoben werden. Allein diese Maßnahme bringt den Universitäten jährlich zusätzliche Mittel von rund fünf Millionen Euro. Mit einer Novelle (die Freibeträge bei nichtselbständigen Einkünften werden angehoben) wird die soziale Situation für rund 20.000 Studienbeihilfenbeziehenden verbessert: Die Studienbeihilfe steigt für die Betroffenen bis zu 155 Euro pro Studienjahr. Studierende mit geringen Beihilfen profitieren davon besonders. Das Volumen dieser Maßnahme beträgt pro Jahr rund 2,5 Millionen Euro.

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Neue Mittelschule wird zügig ausgebaut

Am 12. Dezember wurden für das Schuljahr 2013/14 insgesamt 254 neue Standorte der Neuen Mittelschule genehmigt – damit liegt der Ausbau der Neuen Mittelschule im vom Nationalrat beschlossenen Ausbauplan.

Bildungsministerin Claudia Schmied erläuterte: "Durch Team-Teaching, Öffnung der Schulen, eine neue Lehr- und Lernkultur sowie die Einbeziehung aller Schulpartner durch regelmäßige Eltern-Schüler-Lehrer-Gespräche leistet die Neue Mittelschule einen wesentlichen Beitrag zur Hebung der Unterrichtsqualität."

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200.000 Ganztagesschulplätze bis 2018

Die Regierung einigte sich am 4. Dezember auf den weiteren Ausbau der ganztägigen Betreuung für Pflichtschülerinnen und -schüler. Bis 2018 werden insgesamt 200.000 Plätze zur Verfügung stehen. "Wir setzen also in Österreich nicht nur den Sparstift an, sondern investieren in wichtigen Zukunftsbereichen wie der Bildung", unterstrich Bundeskanzler Werner Faymann.

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Akademie der Wissenschaft überträgt Einrichtungen an Universität

Wie vor rund einem Jahr beschlossen, wurden nunmehr 14 Einrichtungen und Forschungsgruppen der Akademie der Wissenschaften an Universitäten erfolgreich übertragen. Dies stärke den Forschungsstandort Österreich, denn während sich die Österreichische Akademie der Wissenschaft (ÖAW) auf ihre Kerngebiete beschränken kann, ergibt sich für die Universitäten eine "wesentliche Stärkung der Lehre, denn zahlreichen Institutsmitgliedern eröffnet sich nun die Möglichkeit, ihre Forschungsschwerpunkte zu lehren", ist Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle überzeugt. Das dadurch freiwerdende Budget (rund 8,3 Millionen Euro pro Jahr) steht der ÖAW weiter zur Verfügung und kann in Forschungsschwerpunkte auf naturwissenschaftlichem, aber auch sozial- und geisteswissenschaftlichem Gebiet investiert werden.

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Kirchen- und Religionsvertreter bei Adventempfang des Bundeskanzlers

Bundeskanzler Werner Faymann lud am 11. Dezember erstmals die Kirchen- und Religionsvertreter zum Adventempfang in das Bundeskanzleramt ein. Kardinal Christoph Schönborn und der Bundeskanzler betonten gleichermaßen das ausgezeichnete Miteinander der Religionsgemeinschaften in Österreich. "Für diesen Beitrag zum gemeinsamen Zusammenleben in Österreich bedanke ich mich bei ihnen", sagte der Bundeskanzler zu den zahlreichen hochrangigen Repräsentanten der gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften.

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700 Jahre jüdische Geschichte im historischen Tirol

Seit rund 700 Jahren leben Juden im historischen Tirol, zu dem das heutige Trentino, Süd-, Nord- und Osttirol zählen. In den Jahrhunderten zwischen 1300 und 1800 gehörte außerdem Vorarlberg dazu. Das dreibändige Überblickswerk "Jüdisches Leben im historischen Tirol" beleuchtet ihre Geschichte von 1300 bis heute. Die mit rund 1.000 Bildern ausgestatteten Bände erschienen kürzlich im Haymon Verlag. Der erste Band der Buchreihe umfasst die Anfänge der jüdischen Existenz in Tirol bis 1805. Im zweiten Band wird die jüdische Geschichte von der bayrischen Zeit ab 1806 bis zum Ende der Monarchie 1918 beleuchtet. Diese Zeit war geprägt von wirtschaftlicher und bürgerlicher Gleichstellung der Juden. Der Zwischenkriegszeit, dem Zweiten Weltkrieg sowie der Zeit danach ist der letzte Band gewidmet.

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Einmonatige Mars-Mission in der Wüste Marokkos

Im Februar 2013 soll in der Wüste Marokkos eine einmonatige Mars-Mission simuliert werden. Geleitet wird diese größte und aufwendigste Mars-Simulation des Jahres vom Österreichischen Weltraum Forum (ÖWF). Die Simulation dient der Vorbereitung einer bemannten Marsexpedition in 20 bis 30 Jahren. Bei der von der Tiroler Landeshauptstadt aus gesteuerten Mission sollen unter anderem zwei Raumanzüge und vier Mars-Rover getestet werden.

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Schwerpunkt Salzburg: Kulturfondpreis vergeben

Die Stadt Salzburg vergab am 20. November die sieben Preise des Kulturfonds: Der Preis für Kunst und Kultur ging an die Architekten Heide Mühlfellner und Reiner Kaschl, der Preis für Wissenschaft und Forschung an den Gehirnforscher Wolfgang Klimesch (Universität Salzburg), während Radiomann und Regisseur Klaus Gmeiner für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde.

Mühlfellner und Kaschl zeichnen für eine Vielzahl von Bauprojekten aller Art verantwortlich, vor allem aber von Kunsträumen und Umgestaltungen historischer Gebäude wie dem Umbau der neuen Residenz in das Salzburg Museum.

Der physiologische Psychologe Wolfgang Klimesch hat sich durch seine Forschungen zu den Themen Wahrnehmung, Intelligenz, Gedächtnis und Aufmerksamkeit international einen Namen gemacht. Als "bahnbrechend" gilt seine Entdeckung der Oszillationen, mit denen das Gehirn seine Aktivitäten auf bestimmte, gerade benötigte Gehirnareale beschränkt.

Der 80-jährigen Klaus Gmeiner initiierte und produzierte als Leiter der Abteilung für Literatur im ORF-Landesstudio Salzburg rund 400 hochkarätig besetzte Hörspiele. Außerdem inszenierte er im In- und Ausland und leitet das Salzburger Straßentheater seit dem Tod von Oscar Fritz Schuh im Jahr 1984.

Der Salzburgpreis des Kulturfonds ging an die jungen Regiestudierenden Maximilian Hanisch, Jacob Höhne, Martin Sladecek, Alois Steinmacher, Adnan Taha, Jana Vetten und Julia Wisser an der Universität Mozarteum: Sie fassten ihre Recherchen in und über die Stadt Salzburg zu sechs öffentlich gezeigten Theaterprojekten unter dem Begriff "Wie kommt die Wirklichkeit ins Theater?" zusammen.

Der Förderpreis ging an die Filmemacherin und Musikerin Sina Moser, an ein Team der Medizinischen Privatuniversität für das Einrichten eines Onlinestudiums für Pflegewissenschaft sowie an Thomas Schuster und sein Team vom Verein Spektrum für den Bereich Jugendarbeit.

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Land Salzburg vergab Großen Kunstpreis für Literatur an Peter Handke

Die Verleihung des mit 15.000 Euro dotierten Preises an Peter Handke, der gleichzeitig seinen 70er feierte, erfolgte am 6. Dezember mit einem Festakt in der Residenz.

Der besondere Salzburg-Bezug des renommierten Kärntner Autors liegt in den Jahren 1979 bis 1987, die Handke in Salzburg verbrachte, wo er rund ein Dutzend Werke veröffentlichte. Aber auch mit seinem Roman "In einer dunklen Nacht ging ich aus meinem stillen Haus" und mit seinem Journal "Am Felsfenster morgens", einer Art Salzburg-Tagebuch, kehrte er literarisch noch einmal in diese Stadt zurück. Zuletzt war Handke anlässlich der Uraufführung seines Theaterstücks "Immer noch Sturm" bei den Festspielen 2011 zu Gast. Der Preis wird seit 2002 abwechselnd für Literatur, Musik und bildende Kunst vergeben.

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Salzburger Winterfest 2012

Das einzige zeitgenössische österreichische Zirkusfestival hält vom 29. November bis 31. Dezember Einzug in den Salzburger Volksgarten, der damit erneut zu einem Ort des Staunens, des Vergnügens und der Feste wird. Das Winterfest, das seit 2001 seinen Zauber über das (vor-) weihnachtliche Salzburg legt, ist von besonderen Aufführungen gekennzeichnet, die die Leidenschaft ihres Gründers Georg Daxners für die Zelt- und Zirkuswelt widerspiegeln. Es zeigt in diesem Jahr wieder vier internationale Produktionen zeitgenössischer Zirkuskunst, die unterschiedlicher nicht sein können. Das Publikum erwartet ein artistisches Musical ("L’enfant qui"), atemberaubende Balanceszenen ("Extrêmités"), verzaubernde Geschichten ("L’enfant qui") und eine außergewöhnliche Zirkusminiatur im Laderaum eines alten LKW ("Da/Fort") mit den Gruppen Cie Le Cubitus du Manchot, Cirque inextrémiste, Cie Circ'ombelico und Théâtre d'un jour.

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"Marie Antoinette" im Salzburger Landestheater

Choreograph Peter Breuers Uraufführung seines jüngsten Handlungsballetts im Salzburger Landestheater über die Gattin Ludwig XVI. ist in eine Rahmenhandlung gebettet: Eine Studentin (Anna Yanchuk) verwandelt sich beim Betrachten eines Porträts in die Tochter Maria Theresias, die sich durch die Heiratspolitik ihrer Mutter an der Seite des französischen Thronfolgers Ludwig XVI. (Vladislav Koltsov) wiederfindet, der ihr körperliche Zuneigung verweigert. Sie stürzt sich in rauschende Feste und legt sich einen Liebhaber (Asher Smith) zu – der einzige, der nach ihrer Hinrichtung um sie trauert. Die Studentin, die alles nur geträumt hat, tanzt am Ende des Stücks einen unschuldigen Pas de deux mit jenem Studenten, der zuvor Marie Antoinettes Liebhaber verkörpert hat. Für die tänzerische und choreografische Leistung gab es lang anhaltenden Applaus, aber auch Ausstattung (Bühne/Kostüme: Dorin Gal) und Musikcollagen (Eduardo Boechat) überzeugten. Derniere ist am 16. Juni 2013.

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Robert Menasse erhielt Donauland-Sachbuchpreis

Der mit 10.000 Euro dotierte Preis wurde am 12. Dezember im Rahmen eines Festakts in Wien überreicht. Die Laudatio hielt Frank Walter Steinmeier, ehemaliger deutscher Außenminister und Vorsitzender der SPD Bundestagsfraktion. "Mit Robert Menasse ehrt das Kuratorium des Stiftungsfonds das Werk eines überzeugten Demokraten und eines europäischen Autors, der mit seinen Beiträgen kontinuierlich den kulturellen und politischen Diskurs bereichert", so die Jury. Menasse hinterfrage, wie man historische Fehler vermeiden könne und erschaffe dabei "das Bild einer menschlichen Zukunft, auf die wir Europäer uns beziehen können." Sein letztes Buch "Der Europäische Landbote. Die Wut der Bürger und der Friede Europas oder Warum die geschenkte Demokratie einer erkämpften weichen muss" (Zsolnay Verlag), wurde bereits am 26. September im Novomatic Forum in Wien präsentiert.

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Kärntner Kulturpreis an Schellander

Der mit 14.500 Euro dotierte Kulturpreis des Landes Kärnten wird am 13. Dezember der, 1946 in Klagenfurt geborenen, bildenden Künstlerin Meina Schellander verliehen. Daneben werden auch acht Förder- und drei Würdigungspreise im Gesamtwert von 46.800 Euro vergeben. Der Schwerpunkt der künstlerischen Arbeit der Malerin, Objekt- und Konzeptkünstlerin liegt im öffentlichen Raum, wobei sich Schellander künstlerisch auch öfters mit religiösen Themen auseinandersetzt. So realisierte sie 2007 unter dem Titel "Konnexion 1" eine Installation in und um den Dom in Maria Saal. Die Arbeiten der Künstlerin sind meist in Stein oder Metall ausgeführt.

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Wertvolle Neuzugänge der Österreichischen Nationalbibliothek

Die Österreichische Nationalbibliothek (ÖNB) hat in Palo Alto, Kalifornien, eine Sammlung von Dokumenten und Autografen berühmter Persönlichkeiten aus dem Wien der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angekauft. Das Archiv des Biologen Emile Zuckerkandl, Enkel der bekannten Journalistin Berta Zuckerkandl (1864-1945), sei "von unschätzbarem Wert als Verfolgung und Exil überdauerndes Zeugnis jener vernichteten einzigartigen Kultur im Wien bis 1938", so ÖNB-Generaldirektorin Johanna Rachinger. In der einzigartigen Sammlung befinden sich die u.a. Korrespondenz von Berta Zuckerkandl mit Egon Schiele, Otto Wagner, Koloman Moser, Josef Hoffmann, Walter Gropius, Max Reinhardt und Berta von Suttner, aber auch das Tagebuch von Berta Zuckerkandl über ihre Flucht 1940.

Die ÖNB erhielt vor kurzem aber auch eine Schenkung der Familie Loibl im Wert von 1,6 Millionen Euro, die religiöse Werke wie die "Historia Ecclesiastica" des Eusebius, ein Einzelblatt aus der Gutenberg-Bibel und ein "Decretum" von Gratianus von 1489 enthält und 2013 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird.

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Österreichische Doku "Mama Illegal" im EU-Parlament gezeigt

Der mehrfach preisgekrönte Film von Ed Moschitz über illegale Migration wurde am 4. Dezember im EU-Parlament in Brüssel den Abgeordneten vorgeführt. Der ORF-Redakteur und Regisseur und zwei der moldawischen Protagonistinnen waren auch zum anschließenden Gespräch über illegale Migration und Menschenhandel geladen.

Der Film war ursprünglich als Reportage für die Sendereihe "Am Schauplatz" geplant und wuchs sich schließlich zu einer Langzeitdoku über drei Frauen aus, die illegal nach Westeuropa reisen, um dort zu arbeiten. Die Milieustudie wird zudem auch am 6. Dezember im Goethe-Institut in Brüssel gezeigt.

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Staatsoper – Eiserner Vorhang

Der an sich statische Eiserne Vorhang von 176m² wird jeweils für eine Spielzeit in einen dynamischen Ausstellungsraum zeitgenössischer Kunst verwandelt. Am 20. November wurde in der Wiener Staatsoper der temporäre Eiserne Vorhang 2012/2013 "Wien Musik" von David Hockney präsentiert. Zeitgleich wurde das Buch "Die temporären Eisernen Vorhänge" vorgestellt, in dem alle bisherigen Großbilder dargestellt werden.

Der britische Künstler ist nicht nur Maler und Fotograf, sondern gestaltet auch Bühnenbilder und Kostüme für Opernproduktionen und leistet Pionierarbeit im Bereich der digitalen Malerei mit Werken, die er auf seinem iPhone und iPad schafft. "Wien Musik" ist das größte Werk, das der Brite bisher am iPad erstellt hat.

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E-Mobilität – Forschungsprojekt

Das Projekt "EMPORA" (E-Mobile Power Austria) ist mit einem Volumen von 26 Millionen Euro das größte kooperative Forschungs- und Entwicklungsprojekt in Österreich, das "die Basis für die E-Mobilität in Österreich" entwickeln soll. Derzeit testen 20 Kunden ein System von Ladestationen, das die 22 Projektpartner in den vergangenen zwei Jahren entwickelt haben, denn der Erfolg der E-Mobilität hängt von der Kundenorientierung des Systems ab. Untersucht wird die Koppelung der sich teilweise sprunghaft ändernden Erzeugungsraten erneuerbarer Energie, z.B. Windkraft oder Photovoltaik, mit dem Verbrauch an den Ladestationen. Ziel des bis 2014 anberaumten Projekts ist das Funktionieren einer "intelligenten Ladeinfrastruktur" für einen großen Personenkreis. Das Projekt wird vom Klima- und Energiefonds gefördert. Die E-Mobilität wird laut Verkehrsministerin Doris Bures auch in den kommenden Jahren einer der großen Schwerpunkte der österreichischen Technologieförderung bleiben.

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Forschung zu "Smart Cities"

Die Technische Universität (TU) Wien und die Wiener Stadtwerke wollen bei der Forschung zum Thema "Smart Cities" zusammenarbeiten und haben ein entsprechendes auf fünf Jahre angelegtes Kooperationsabkommen geschlossen. Dabei will die TU ihre Expertise zu Themen wie Energie und Umwelt vernetzt anbieten, während die Stadtwerke mit Bereichen wie der Wien Energie oder den Wiener Linien vor der Herausforderung stehen, die hohe Qualität zu halten und das Wachstum der Stadt zu verkraften. Notwendig sei die Bereitstellung umweltfreundlicher Energie und vernetzter, leistbarer Mobilität. Daher fördern die Stadtwerke ein Doktoratskolleg für zehn Doktoranden mit jährlich rund 300.000 Euro, das 2013 starten und dessen Fokus auf der Verschränkung von Energie-, Mobilitäts- und Stadtplanung liegen soll. Aber auch Praktikumsplätze sowie Bachelor- und Masterarbeiten werden unterstützt.

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Österreichische Events schafften Wertschöpfung von 7,3 Milliarden Euro

Eine IHS-Studie (Institut für Höhere Studien) im Auftrag von Eventnet untersuchte erstmals den Stellenwert der Veranstaltungsbranche für das Image des Landes und als Wirtschaftsfaktor. Sie ergab, dass im Jahr 2010 7,3 Milliarden Euro (2,84 Prozent) an Wertschöpfung im Inland (und 1,5 Milliarden Euro im Ausland) erzielt wurde, was 2,4 Milliarden Euro an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen brachte und über hunderttausend Arbeitsplätze (Inland) sicherte. Die Veranstalter gaben 5,5 Milliarden Euro aus, wobei der Anteil der öffentlichen Verwaltung rund 500 Millionen ausmachte. Die höchsten Beschäftigungseffekte gab es in den Sparten Hotellerie und Gaststätten, gefolgt von Kultur, Sport und Unterhaltung. Die Veranstaltungen generierten aber auch Identifikations- und Bildungswerte und trugen zur Imagebildung bei. Die externen Effekte, wie etwa des Neujahrskonzerts, können allerdings nicht gemessen werden.

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Energieausweis für Immobilien

Der Energieausweis charakterisiert die Energieeffizienz eines Gebäudes oder Nutzungsobjekts innerhalb eines Gebäudes. Dem am 1. Dezember in Kraft getretenen Energieausweis-Vorlagegesetz (EAVG) zufolge müssen bereits in den Inseraten Angaben zur Energieeffizienz einer Immobilie (wie zum Heizwärmebedarf) gemacht werden. Beim Verkauf oder der Vermietung von Eigentumswohnungen muss sodann ein gebäudebezogener Energieausweis vorliegen.

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