13.05.2012
Werner Faymann: "Jetzt kommt der Wachstums-Pakt" (in: "Österreich")

Österreich: Wie groß ist die Sorge über Griechenland?

Werner Faymann: Sehr groß, denn am Ziel, dass Griechenland sein gemeinsam mit der EU vereinbartes Spar-und Reformprogramm einhalten muss, führt kein Weg vorbei. Österreich kann nur dann weiter für die Hilfszahlungen an Griechenland haften, wenn sich in Athen der Reformkurs und die Spargesinnung durchsetzt. Für ein Fass ohne Boden kann niemand haften, auch wir nicht.

Österreich: Ist ein Euro ohne Griechen vorstellbar?

Faymann: Ich wünsche es nicht, in der Theorie ist vieles vorstellbar. Ich warne nur: Es wird viel teurer werden als die jetzige Hilfe für Griechenland. Eine zweite Lösung, die billiger ist als die erste, gibt es nicht. Deshalb führt am Sparkurs der Griechen kein Weg vorbei. Man kann über Termine reden.

Österreich: Bekommt die EU nach dem Hollande-Wahlsieg einen neuen Kurs?

Faymann: Ich will, dass wir bereits beim nächsten EU-Rat einen Wachstums-Pakt für Europa beschließen und mit "Projekt-Bonds" als ersten Schritt hin zu Euro-Bonds in Bildung, Arbeitsplätze, Infrastruktur investieren. In Österreich hoffe ich auf 1 Prozent Wachstum.