Informationsgesellschaft für Alle (e-Inclusion)

  1. Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für Alle - Maßnahmen zur Minimierung der "Digitalen Klüfte"
  2. Initiativen für Seniorinnen und Senioren
  3. Initiativen für Menschen mit Behinderungen
  4. e-Inclusion Links


Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) für Alle - Maßnahmen zur Minimierung der "Digitalen Klüfte"

Digitale Klüfte existieren nicht nur zwischen Nord und Süd sondern auch innerhalb hoch entwickelter Gesellschaften wie in Österreich. Sozioökonomische Parameter (Einkommen, Herkunft und Bildung) sind in diesem Kontext die zentralen Kategorien in Bezug auf Ermöglichung / Verhinderung von Chancengleichheit. Im Lichte dessen, dass die neuen Informationstechnologien Information und Wissen jederzeit, überall und in vielfältiger Weise verfügbar machen, können die neuen technischen Möglichkeiten bestehende Diskriminierungen noch verstärken, weil Menschen ohne Vernetzung oder Zugang zum Internet (noch mehr) ins Hintertreffen geraten können.

Schlüsselkategorien in der Informationsgesellschaft sind lebenslanges Lernen, Kommunikationsfähigkeit, vernetztes Denken, rasches Auffinden und Selektieren von Informationen. Die Beherrschung dieser Techniken wird zunehmend zentral über die Lebens- und Entwicklungschancen des Einzelnen entscheiden.

Auch die Europäische Kommission versuchte mit der Digitalen Agenda die eInclusion (digitale Inklusion) zu forcieren. Ende 2008 fand in Wien eine Ministerkonferenz zu diesem Thema statt.

Mit der digitalen Inklusion verbunden ist das Konzept

  • allen Menschen das notwendige Rüstzeug der IKT zu vermitteln und die digitalen Klüfte hinsichtlich Zugang, Bildung, Einkommen, Geschlecht und ähnlichem zu minimieren,
  • und zugleich mit Hilfe der IKT mehr Wachstum und Beschäftigung zu generieren, mehr Selbstbestimmung und mehr Lebenschancen zu eröffnen und generell den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern.

In der Mitteilung Eine Digitale Agenda für Europa hat die Kommission darauf hingewiesen, dass rund 150 Millionen Europäer (etwa 30 Prozent) noch nie im Internet waren. Im Lichte dessen empfiehlt die Mitteilung, dass die Mitgliedsstaaten u. a.

  • bis 2011 eine langfristige Politik für digitale Qualifikationen und Kompetenzen umsetzen und einschlägige Initiativen für KMU und benachteiligte Gruppen fördern, und
  • das elektronische Lernen in nationalen Maßnahmen zur Modernisierung des Bildungssystems zum Leitthema machen, unter anderem bezüglich der Ausbildungspläne, der Bewertung des Lernerfolgs und der beruflichen Weiterbildung von Lehrern und Ausbildern.

Wiewohl Österreich bei der Internet-Nutzung im europäischen Vergleich im oberen Drittel liegt und der letzte Digital Scoreboard (2013) der Europäischen Kommission eine Reduktion der Zahl der Offliner ausweist, waren dennoch rund 1,15 Millionen Menschen zwischen 16 und 74 Jahren bislang noch nie im Internet. Dazu zählen insbesondere Menschen mit geringem Haushaltseinkommen, niedriger formaler Bildung, ältere Menschen und Menschen in ländlichen Regionen. Bei der Dynamik der Entwicklungen müssen sich aber auch erfahrene Internetnutzende immer wieder mit neuen Anwendungen und Nutzungsmöglichkeiten auseinandersetzen und neue Kompetenzen erwerben.

Seit Mitte 2013 ist Meral Akin-Hecke von Bundesminister Dr. Josef Ostermayer mit der Rolle der Digital Champion für Österreich betraut. Der Digital Champion agiert unabhängig (keine Regierungsstelle) und fungiert als Ansprechpartnerin für alle gesellschaftlichen Akteure. Auf dem Webportal www.werdedigital.at entsteht u.a. eine digitale Landkarte mit diversen Schulungs- und Informationsangeboten (online oder vor Ort). Überdies finden sich weitere Informationen auf der Website www.digitalchampion.at.

Die innerstaatliche Politik der digitalen Integration begreift die digitalen Technologien und ihre Anwendungen als Instrumente die zu mehr Chancengleichheit, Zugewinn an persönlicher Freiheit und mehr sozialen Zusammenhalt innerhalb der Gesellschaft beitragen können. Um die Partizipationsmöglichkeiten für alle zu stärken, sind - neben der Bereitstellung der technische Infrastruktur (Stichwort: Breitband-Strategie), der Aneignung des Know-hows und des Umgangs mit IKT sowie des Erwerbs von Medienkompetenz - darüber hinausgehende zielgruppenorientierte Maßnahmen notwendig. Neben dem Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF) und dem Bundesministerium für Familie und Jugend(BMJF) ist dafür insbesondere das Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz (BMASK) ressortmäßig zuständig. Über die "Website des Sozialministeriums beziehungsweise externe Websites wird ein breites Spektrum an diesbezüglichen Informationen zur Verfügung gestellt.
Aber auch Unternehmen und NGOs widmen sich der Schließung der digitalen Kluft: So hat etwa A1 Telekom den A1 Campus Internet für alle eingerichtet. An den Standorten Wien, Salzburg und Klagenfurt werden kostenlose Internet-Schulungen für Schulklassen, Angebote für Eltern und LehrerInnen sowie für SeniorInnen angeboten.


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Initiativen für Seniorinnen und Senioren

Die statistischen Daten zeigen, dass auch die Seniorinnen beziehungsweise Senioren längst das Internet für sich entdeckt haben. Über 72 Prozent der Generation 60plus nutzt das Internet (vgl.: Austrian Internet Monitor 3. Quartal 2014 - im Jahr 2000 waren es lediglich 4 Prozent). Dennoch besteht nach wie vor eine Nutzungskluft zwischen den Generationen, die mit konkreten Initiativen vermindert werden soll.

Auf der Website von Saferinternet.at finden sich etwa Broschüren, die sich mit dem Thema Internet für SeniorInnen auseinandersetzen. So die Broschüre Das Internet sicher nutzen. Informationen und Tipps für SeniorInnen oder der Leitfaden Initiativen, Vereine und Projekte im Internet - Die wichtigsten Do's und Dont's. Sicheres Internet für Vereine.


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Initiativen für Menschen mit Behinderungen

Websites der öffentlichen Verwaltungen sollen allen Menschen – unabhängig von physischen und technischen Behinderungen – zugänglich gemacht werden. Die Erstellung barrierefreier Websites erfolgt anhand der so genannten Web Accessibility Initiative (WAI)-Leitlinien. Das Bundeskanzleramt erarbeitete in intensiver Abstimmung mit Barrierefrei-Fachleuten zielgruppen- und bedarfsorientierte Weiterbildungsangebote im Bereich von barrierefreiem Webdesign und Online Redaktion. Beispielsweise sind die Websites http://www.bundeskanzleramt.at und der virtuelle Behördenführer http://www.help.gv.at auch in barrierefreien Versionen verfügbar und durchgängig behindertengerecht gestaltet. Ende 2008 haben sich elf Ressorts an einer gemeinsamen Accessibility und Usability Überprüfung ihrer Webauftritte beteiligt (Ergebnisse (PDF 833 kB)).

Im Rahmen der Beschäftigungsoffensive für Menschen mit Behinderungen unterstützt das Sozialministeriums nachhaltige Maßnahmen zur Förderung der IKT-Zugänglichkeit. Das Bundessozialamt, das im Auftrag des Sozialministeriums diese Beschäftigungsoffensive umsetzt und für die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen zuständig ist, setzt im IKT-Bereich beispielsweise folgende Aktivitäten:

  • Förderung der EDV-Ausstattung von Menschen mit Behinderung am Arbeitsplatz (etwa für Blinde Screenreader und Braille-Zeile);
  • Selbsthilfegruppen und Vereinen, die sich dem Personenkreis "Menschen mit Behinderung" widmen, kann die EDV-Ausstattung finanziert oder bezuschusst werden.
  • Für Schülerinnen oder Schüler mit Behinderungen ab dem 15. Lebensjahr wird die EDV-Ausstattung für zu Hause gefördert, wenn diese für die Ausbildung benötigt wird.
  • Förderung von EDV-Schulungen für Menschen mit Behinderung (zum Beispiel der Europäische Computerführerschein).
  • Die Website des Bundessozialamts enthält überdies Informationen zu den Bereichen Behinderung und Gesellschaft, Sozialentschädigung und Pflegevorsorge, Unfallrenten, sowie unter anderem eine Datenbank für Angebote zur beruflichen Integration von Menschen mit Behinderung in Österreich.

Das Sozialministerium fördert ferner im Rahmen von überregionalen Projekten, die von gemeinnützigen Organisationen der freien Wohlfahrtspflege auf den Gebieten der Behindertenhilfe und Pflegevorsorge durchgeführt werden, auch den Aufbau von Informationsplattformen im Internet. Dadurch wird dem betroffenen Personenkreis der Zugang zu Informationen über gesetzliche Förderungsmöglichkeiten erleichtert. So eröffnet die Datenbank Hilfsmittelinfo den behinderten Menschen, deren Angehörigen sowie auch den Fachleuten der Rehabilitation und den Beratungseinrichtungen, den Überblick über das vielfältige Angebot an technischen Hilfsmitteln. Überdies ermöglicht es Preisvergleiche, informiert über Organisationen, die beratend für Menschen mit Behinderungen tätig sind, und zeigt einen Überblick über Alten- und Pflegeheime.

Die Österreichische Computergesellschaft (OCG) setzt sich seit vielen Jahren mit der Förderung der Möglichkeiten neuer Informationstechnologien für Menschen mit Behinderung auseinander. In Zusammenarbeit mit dem Forschungszentrum Seibersdorf betreibt die Computergesellschaft etwa das Projekt NetOFNeeds, wo insbesondere Fragen der Entwicklung von benutzerfreundlichen Informationsnetzen für Menschen mit besonderen Bedürfnissen erörtert werden.


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