Montag, 05. Dezember 2011

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Regierung ebnete Weg für Europäische Bürgerinitiative

Die Bundesregierung hat am 29. November die gesetzliche Verankerung der Europäischen Bürgerinitiative beschlossen. Das sei ein wichtiger Schritt für mehr Mitbestimmung der Bürgerinnen und Bürger in Europa, erklärte Bundeskanzler Werner Faymann nach dem Ministerrat. Geeinigt haben sich SPÖ und ÖVP auf einen entsprechenden Initiativantrag. Österreich werde die Europäische Bürgerinitiative rechtzeitig umsetzen (laut Vertrag von Lissabon ab April 2012 möglich), "denn wir haben ein aktives Interesse an mehr Bürgerbeteiligung", betonte der Bundeskanzler. Bei Anliegen wie Kampf gegen Atomenergie oder Finanzmarktregulierung wäre "zusätzlicher Druck aus der Bevölkerung zu begrüßen", sagte Faymann.

Mit der Europäischen Bürgerinitiative können EU-Bürgerinnen und Bürger die Kommission zur Vorlage eines Gesetzesvorschlags auffordern. Für die Behandlung notwendig ist mindestens eine Million Unterschriften aus wenigstens einem Viertel der EU-Mitgliedstaaten – derzeit sieben. Pro Land muss gemessen an der Einwohnerzahl eine Mindestzahl an Unterstützungserklärungen erreicht werden. Für Österreich sind das 14.250 Unterstützungserklärungen.

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Schuldenbremse: Einigung zwischen Bund und Ländern

Nach intensiven Verhandlungen haben sich Bund, Länder und Gemeinden am 29. November auf die Schuldenbremse ab 2017 geeinigt.

Der Haushalt der Länder und Kommunen gilt laut Vereinbarung dann als "ausgeglichen", wenn er ein strukturelles Defizit von 0,1 Prozent des BIP aufweist, jener des Bundes mit 0,35 Prozent des BIP. Die Vorgaben dürfen überzogen werden. Für diesen Fall werden "Kontrollkonten" eingeführt, auf denen man die Überziehung buchen kann. Die jeweiligen Grenzen liegen für die Länder und Gemeinden bei 0,35 Prozent des BIP, für den Bund gelten 1,25 Prozent. Ab diesem Wert muss gegengesteuert und ein entsprechender Plan vorgelegt werden.

Finanzstaatssekretär Andreas Schieder sprach von einem "sehr guten Entwurf". Es gehe darum, mit diesem Schritt auch den Finanzmärkten Stabilität und ein zukunftsorientiertes Wirtschaften zu signalisieren. Damit habe man eine "finanzpolitische Trendumkehr" eingeleitet, erklärte Schieder.

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Neues Medientransparenzgesetz

Im Verfassungsausschuss des Nationalrats wurde am 1. Dezember mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, Grünen und BZÖ das Medientransparenzgesetz beschlossen.

Ziel des Medientransparenzgesetzes ist eine höhere Transparenz bei Regierungsinseraten und Inseraten von öffentlichen Stellen, etwa durch eine vierteljährliche Bekanntgabe aller Aufträge. Transparenter sollen auch die Beteiligungsverhältnisse von Zeitungen werden. Bei Verstößen gegen die Veröffentlichungspflicht oder Falschmeldungen drohen Verwaltungsstrafen zwischen 20.000 Euro und 60.000 Euro (im Wiederholungsfall).

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Kindergeld: Änderung bei Zuverdienst-Berechnung ab 2012

Beim Kinderbetreuungsgeld gibt es ab 1. Jänner 2012 eine Änderung bei der Berechnung des Zuverdienstes. Als Zuverdienstmonat gilt derzeit ein Monat, in dem 16 Tage oder mehr Kinderbetreuungsgeld bezogen wird. Künftig gilt hier ein Zeitraum von 23 Tagen.

Wenn künftig jemand in einem Monat 23 Tage Kinderbetreuungsgeld bezieht, zählt dieses Monat nicht als Zuverdienstmonat. Damit gelten die Job-Einkünfte in diesem Monat nicht als Zuverdienst und es droht auch keine Rückforderung des Betrages, der über der Zuverdienstgrenze liegt. Beim einkommensabhängigen Kindergeld wird die Zuverdienstgrenze von 5.800 auf 6.100 Euro angehoben.

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Volksanwaltschaft prüft künftig auch Foltervorwürfe

Die Volksanwaltschaft wird zur zentralen Anlaufstelle bei Foltervorwürfen. Die dafür nötige Erweiterung der Kompetenzen wurde am 22. November im Verfassungsausschuss des Nationalrats mit den Stimmen von SPÖ, ÖVP, FPÖ und teilweise auch von Grünen beschlossen. Mit diesem OPCAT-Durchführungsgesetz (soll am 1. Juli 2012 in Kraft treten) wird das – von Österreich bereits 2003 unterzeichnete – Zusatzprotokoll zur UNO-Anti-Folter-Konvention (OPCAT) umgesetzt. Für den darin vorgesehenen Nationalen Präventionsmechanismus wird die Volksanwaltschaft ausgebaut.

Sie wird künftig prüfen können, ob in "Orten der Freiheitsentziehung" Menschenrechte eingehalten werden. Dazu zählen auch Erstaufnahmestellen für Asylwerbende, Kasernen, psychiatrische Einrichtungen, Alten- und Pflegeheime, Krisenzentren sowie Wohngemeinschaften für Jugendliche und Einrichtungen für behinderte Menschen.

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Bundespräsident Fischer in London

Bundespräsident Heinz Fischer ist am 30. November in London von Königin Elizabeth II. empfangen worden. Begleitet wurde er dabei von seiner Ehefrau Margit. Das Gespräch fand in den Privaträumen der Monarchin statt. Fischer bezeichnete die Unterredung als "sehr lebhaft und intensiv", die Queen sei über Österreich "sehr gut gebrieft und informiert" gewesen. Fischer lud Queen Elizabeth zu einem Besuch nach Österreich ein. Weitere Themen waren Europa, China und Nahost.

Tags zuvor, am 29. November, sprach Fischer auf Einladung der London School of Economics zum Thema "1989 and EU-Enlargement: Austria's role in European politics". Zudem gab es ein Treffen mit der ehemaligen Vorsitzenden des britischen Unterhauses, Betty Boothroyd, und dem Speaker des Unterhauses, John Bercow.

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Bundeskanzler Faymann bei Angela Merkel in Berlin

Bundeskanzler Werner Faymann ist am 2. Dezember in Berlin mit seiner deutschen Amtskollegin Angela Merkel zusammengetroffen. Erörtert wurde die europäische Schuldenkrise. Dabei zeigte sich Faymann offen für Vertragsänderungen, wenn diese nötig sein sollten, um das Regelwerk in Europa zu verbessern. "Wir glauben, ein fester Rahmen gehört zur Glaubwürdigkeit", erklärte Faymann. Die österreichische Regierung habe eine Schuldenbremse beschlossen, die im Parlament in den Verfassungsrang erhoben werden soll.

Deutschland und Österreich würden in der Schuldenkrise eng zusammenarbeiten, sagte Merkel. Der Euro müsse verteidigt werden, darin seien sich beide Länder einig. Es gelte, das Vertrauen in europäische Anleihen und in Europa zurückzugewinnen, so Merkel. Die deutsche Kanzlerin plädierte erneut für Vertragsänderungen in Europa, um mehr Budgetdisziplin durchzusetzen.

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Mahmoud Abbas in Wien

Der Präsident der Palästinensischen Autonomiebehörde, Mahmoud Abbas, absolvierte am 28. November einen offiziellen Arbeitsbesuch in Österreich. Zentrales Thema war der Friedensprozess im Nahen Osten.

Auf dem Programm standen Gespräche mit Bundespräsident Heinz Fischer, Bundeskanzler Werner Faymann, Außenminister Michael Spindelegger und Nationalratspräsidentin Barbara Prammer. Fischer unterstrich das Bekenntnis Österreichs zu einer Zwei-Staaten-Lösung im Nahen Osten. Weiters avisierte der Bundespräsident die Aufwertung der palästinensischen Vertretung in Wien.

Beim Treffen mit Faymann würdigte Abbas die Rolle Österreichs innerhalb der EU beim Friedensprozess mit Israel. Abbas "habe unterstrichen, dass er bereit sei, konstruktiv mit dem Nahost-Quartett an einer Lösung zu arbeiten", erklärte Faymann.

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Mazedonischer Premier Gruevski bei Bundeskanzler Faymann

Bundeskanzler Werner Faymann und sein mazedonischer Amtskollege Nikola Gruevski thematisierten am 21. November bei einem Arbeitsgespräch in Wien die Rahmenbedingungen für Beitrittsverhandlungen Mazedoniens mit der Europäischen Union sowie den griechisch-mazedonischen Streit um den Staatsnamen "Republik Mazedonien".

Am 22. November eröffnete Gruevski mit Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl das "AWO-Forum Mazedonien" und nahm an der Veranstaltung der Wirtschaftskammer zum Thema "Investieren in Mazedonien" teil. Die österreichische Wirtschaft hat sich bisher vor allem in den Bereichen Energie, Bau und Banken engagiert.

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Initiative für stärkere Finanzkontrolle

Am 22. November wurde die österreichische Initiative zur externen öffentlichen Finanzkontrolle vom Zweiten Komitee der UNO-Generalversammlung im Konsens angenommen. Die Resolution betont die wichtige Rolle unabhängiger Rechnungshöfe bei der Entwicklung einer effizienten staatlichen Verwaltung und ruft die Mitgliedstaaten zu deren nachhaltiger Sicherstellung und Stärkung auf. Außenminister Michael Spindelegger sprach von einem "Meilenstein in der Stärkung von Transparenz und Korruptionsprävention".

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Gegen Gewalt an Frauen

Am 25. November verwies Außenminister Michael Spindelegger anlässlich des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen auf den Einsatz Österreichs als Mitglied des UNO-Sicherheitsrats zur Umsetzung der Resolution 1325 für einen stärkeren Schutz von Frauen in bewaffneten Konflikten und ihre Einbindung in Friedensprozesse. Dieses Engagement werde nun auch im UNO-Menschenrechtsrat fortgesetzt, in dem Österreich seit Juni auf drei Jahre Mitglied ist.

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Hundstorfer: Gutes Arbeitsmarktangebot für Migrantinnen und Migranten

Am 24. November präsentierte Sozialminister Rudolf Hundstorfer die Ergebnisse des OECD-Länderberichtes "Arbeitsmarktintegration von Migranten und deren Kindern": "Der Bericht zeigt deutlich auf, dass Österreich in diesem Bereich die richtige Richtung eingeschlagen hat." Besonderes Augenmerk gelte der Arbeitsmarktintegration von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Ab Anfang 2012 soll zudem ein neues Projekt des Sozialministeriums Möglichkeiten einer vereinfachten formalen Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen aufzeigen.

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Wirtschaftskammer und Land Salzburg mobilisieren gegen Fachkräftemangel

Die Salzburger Wirtschaftskammer legt das größte Maßnahmenpaket zur Facharbeiter-Förderung der letzten 20 Jahre in der Region vor. Die einstigen "Karriere mit Lehre"-Erfinder an der Salzach schlagen u.a. eine verpflichtende Potenzialanalyse aller 14- und 15-Jährigen vor, insbesondere für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Weitere Aktionen sind systematische Beratungen von Schulabbrechern sowie Workshops für Jugendbetreuer. Speziell im Visier haben die Arbeitsmarktstrategen Mädchen und Migrantenkinder.

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Wintertourismus: "Skigebiete durchaus zuversichtlich"

Einer aktuellen Tourismusprognose des Wirtschaftsforschungsinstituts (Wifo) zufolge sollten die Nächtigungen im heurigen Winter stabil bleiben und die Umsätze stagnieren bis maximal leicht steigen. Beim Wintersporturlaub hält Österreich derzeit einen Marktanteil von über 57 Prozent in Europa "und wir werden diesen Marktanteil entsprechend ausbauen. (…) Wir sind die Marktführer vor Frankreich, Italien und der Schweiz", betont Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner. Die deutschen Gäste bilden nach wie vor die wichtigste Urlaubergruppe, doch in den vergangenen fünf Jahren seien bereits kräftige Zuwachsraten bei Urlaubenden aus dem osteuropäischen Raum erzielt worden.

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Neue EU-Vorschriften zur Lebensmittelkennzeichnung

Am 12. Dezember tritt die neue EU-Verbraucherinformationsverordnung zur Lebensmittel-Kennzeichnung in Kraft. Künftig werden EU-weit einheitliche und verbraucherfreundliche Informationen auf allen Lebensmittelverpackungen zu finden sein. Die Verordnung bringt Neuerungen für Mindestschriftgröße, Herkunftskennzeichnung, Kalorien- und Nährwertangaben, Imitate und Allergene. Österreich konnte u.a. seine Forderung nach einer verpflichtenden Kennzeichnung für Fleisch durchsetzen. Auch bei der nunmehr verpflichtenden Mindestschriftgröße fand ein wichtiges Anliegen Österreichs Gehör.

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Österreichs Triple-A-Rating bestätigt

Die Agentur Moody's fasste in ihrem Bericht zur Kreditwürdigkeit Österreichs dessen finanzielle Situation auf drei Seiten kompakt zusammen. Dabei bescheinigt die [/en]Rating[/en]-Agentur der Alpenrepublik neuerlich die höchste Bonitätsstufe AAA. Selbst der Ausblick wird auf "stabil" gehalten.

Dazu merkt Martha Oberndorfer, Chefin der Bundesfinanzierungsagentur, die für das Schuldenmanagement des Landes verantwortlich ist, an: "Wichtig ist, dass man starke Zeichen setzt, dass man auch mittel- bis langfristig das Thema Konsolidierung ernst nimmt. Da sind Elemente wie Schuldenbremse genau das Richtige."

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Wien hat weiterhin die weltweit höchste Lebensqualität

Wien verteidigt in der neusten weltweiten Städterangliste des Personalunternehmens Mercer seinen Platz als lebensfreundlichste Stadt. Zürich (Schweiz) und Auckland (Neuseeland) komplettieren die Plätze auf dem Siegerpodest der Ränge 1 bis 3. Für den Städtevergleich wurden politische, soziale und wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt.

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Schiefergas für 30 Jahre in Österreich

Schiefergas sorgt in der Energiebranche für Aufsehen: Damit wird Erdgas bezeichnet, das nicht in porösem Gestein, sondern in tausenden kleinen Gasblasen zwischen festen Felsen tief unter der Erde gefangen ist. Wirtschaftlich fördern lässt sich dieses Gas erst seit rund zehn Jahren. Ein Schiefergas-Vorkommen befindet sich in der Gegend von Poysdorf im nördlichen Niederösterreich. "Dieses Vorkommen könnte für Österreich künftig eine große Bedeutung haben", verkündet OMV-Chef Gerhard Roiss. Denn wenn es möglich werde, das Gas zu fördern, könnte es den "Jahresverbrauch von Österreich – rund acht Milliarden Kubikmeter Gas – für 20 bis 30 Jahre decken." Zuvor müsse ein "neues Förderverfahren" entwickelt werden. Denn die Förderung werde nur dann gestartet, wenn es "ökologisch vertretbar ist", so Roiss.

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"Christmas in Vienna" 2011 im Wiener Konzerthaus

Das Programm umfasst festliche, aber auch internationale und populäre weihnachtliche Themen. Mit dem "150. Psalm" von Anton Bruckner, Sequenzen aus Haydns "Die Schöpfung" und Mendelssohn-Bartholdys "Lobgesang"-Symphonie haben groß angelegte Kompositionen Aufnahme in das Weihnachts-Konzert gefunden. Mit "Der Engel" aus den "Wesendonck"-Liedern steht erstmals ein Werk Richard Wagners auf dem Programm. Zusätzlich werden Weihnachtslieder aus Österreich, Italien, Frankreich, Spanien, Rumänien, Großbritannien, den USA, Mexiko und Japan geboten. Es singen Angela Denoke, Liliana Nikiteanu, Ramon Vargas, Paul Armin Edelmann, die Wiener Singakademie und die St. Florianer Sängerknaben mit Solist Alois Mühlbacher. Sascha Goetzel dirgiert das ORF Radio-Symphonieorchester (16. und 17. Dezember).

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Otto Mauer-Preis 2011 an Kamen Stoyanov

Der Preis des Otto Mauer Fonds der Erzdiözese Wien, der dem Anliegen von Monsignore Otto Mauer (1907–1973) gewidmet ist, junge zeitgenössische Kunst zu fördern, wird für das Gesamtwerk eines Künstlers unter 40 Jahren vergeben. Die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 30. November von Bischof Egon Kapellari dem gebürtigen Bulgaren Kamen Stoyanov überreicht.

Der in Wien und Sofia lebende Künstler überzeugte sowohl durch das breite Spektrum seiner Arbeiten, die gesellschaftspolitische und existenzielle Themen wie Migration, Globalisierung oder Ökonomisierung der Kunst umfassen, als auch durch seine medial vielschichtige ästhetische Umsetzung und unverkennbare künstlerische Sprache. Arbeiten des Künstlers sind bis 15. Jänner 2012 in der Ausstellung "Impossible Stories" im Jesuiten-Foyer zu sehen.

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Kunstsponsoringpreis Maecenas 2011

Zum 23. Mal wurde am 22. November im Wiener Hotel Imperial der Kunstsponsoringpreis Maecenas verliehen. Die undotierte Auszeichnung wird vom unabhängigen Wirtschaftskomitee "Initiativen Wirtschaft für Kunst" (IWK) gemeinsam mit dem ORF vergeben. 2011 bewarben sich 168 heimische Unternehmen mit 185 Projekten (Gesamtbudget 9,3 Millionen Euro). In der Kategorie "Klein- und Mittelbetriebe" wurde aus 96 Einreichungen von der Jury die Windkraft Simonsfeld AG für "Rotorenluftmusik" ausgewählt. Sie verband die roten Lichter der Windräder mittels Laserprojektion zu überdimensionalen Notenzeilen, akustisch ergänzt durch eine Komposition von Werner Zangerle für neun Musiker und sieben Motoren. Im Bereich "Konzept/Großunternehmen" konnte sich die Bank Austria mit ihrem 2011 erstmals verliehenen Kunstpreis durchsetzen, der von der Jury als "kräftige Unterstützung des innovativen Potenzials der Kunst- und Kulturszene in Österreich" bezeichnet wurde. Für "Langfristiges Sponsoringengagement" durfte sich die Wiener Städtische Wechselseitige - Vienna Insurance Group über die Auszeichnung ihrer Kooperation mit dem Leopold Museum freuen. Der "Ö1-Publikumspreis", bei dem online über "Langfristiges Sponsoringengagement" des Vorjahres abgestimmt werden konnte, ging an die Franz Wittmann Möbelwerkstätten GmbH für "4Viertel Kunst". Folgende Unternehmen, die selbst als Kunst- und Kulturproduzenten bzw. Veranstalter auftreten, erhielten heuer erstmals Würdigungen: BNP Paribas ("Gerhard Schedl Musiktheaterpreis"), die Peter Coeln GmbH (Fotogalerie WestLicht), Unternehmensberater Erich Wolf (Förderung steirischer Gegenwartskunst), die Loisium Kellerwelt Betriebs GmbH & Co KG ("Loisiarte") sowie die Franz Wittmann Möbelwerkstätten GmbH.

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Salzburger Zirkusfestival "Winterfest"

Bis 6. Jänner 2012 warten vier Zirkusproduktionen und eine Ausstellung auf Besucherinnen und Besucher. In zwei beheizten Zelten zeigen dabei französische und kanadische Artisten, Poeten und Puppenspieler ihre in Österreich noch nie erzählten Geschichten. Eröffnet wurde der Reigen mit dem ebenso virtuosen wie urban-zeitgenössischen Stück "La Vie" der kanadischen Truppe "The 7 Fingers" (ab 24. November). Es folgt der klassische Familienzirkus Cirque Rasposo mit "Le Chant du Dindon" (" Der Gesang des Truthahns", ab 25. November) sowie eine Uraufführung der außerordentlich beliebten Zirkus-Poeten Didier Andre und Jean-Paul Lefeuvre mit "8m3" (ab 8. Dezember). Den Abschluss (ab 26. Dezember) bildet die clownesque und abgründig-poetische Produktion "Court Miracles" der Truppe "Le Boustrophedo" aus Frankreich. Das Stück, das im Notlager eines Krieges spielt, erzählt mit Humor und Fantasie über Menschlichkeit und Unmenschlichkeit, Heldentum und Feigheit, wobei Puppen mit Menschen verschmelzen.

Webtipp: Zirkusfest Winterfest

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Kunst im öffentlichen Raum (KÖR) Teil 1: Salzburg Foundation

Das auf zehn Jahre angelegte Projekt "Kunst im öffentlichen Raum" der Salzburg Foundation ist seit Oktober mit der Enthüllung der Arbeiten der österreichischen Kunstschaffenden Brigitte Kowanz, Manfred Wakolbinger und Erwin Wurm in der Salzburger Altstadt abgeschlossen. Es umfasst insgesamt zwölf Werke. Kowanz hat eine Licht-Installation mit dem Titel "Beyond Recall" für die Staatsbrücke geschaffen. Gläserne Kuben reflektieren Schriftzüge, die an die Zwangsarbeiter erinnern, die diese Brücke Anfang der 1940er Jahre unter unmenschlichen Bedingungen bauen mussten. Wakolbinger wählte den Rudolfskai, um mit seiner elf Meter langen Edelstahl-Skulptur "Connection" eine Verbindung zwischen Fluss und Stadt herzustellen. Wurm hat fünf mannshohe Gurken aus bemalter Bronze für den Furtwänglerpark angefertigt, wo das Projekt 2002 mit einem Werk von Anselm Kiefer begann. Es folgte einer der Mario-Merz-Iglus mit dem Titel "Ziffern im Wald" auf dem Mönchsberg (2003). Im Jahr darauf kam Marina Abramovic mit "Spirit of Mozart" an der Staatsbrücke, dann Markus Lüpertz, James Turrell, Stephan Balkenhol, Tony Cragg, Christian Boltanski, der die Krypta des Domes 2009 in Licht getaucht hat, und zuletzt Jaume Plensa, dessen überdimensionaler Kopf aus Marmor im Hof Dietrichsruh der Universität steht. Alle zwölf Kunstwerke in der Salzburger Altstadt ergeben den "Walk of Modern Art", der in Salzburg bereits als Touristenattraktion gilt.

Kurator Walter Smerling kündigte für Jänner 2012 eine umfangreiche Dokumentation an. Weiters sollen Vereinbarungen mit der Stadt über eine Übergabe und Pflege der Werke getroffen werden. Karl Gollegger, Präsident der Salzburg Foundation, berichtete, dass Kompositionsaufträge an zwölf Komponisten vergeben wurden, die jeweils ein Kunstwerk musikalisch interpretieren sollen. Die Aufführungen sollen im Rahmen der Festspiele 2013 erfolgen.

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Kunst im öffentlichen Raum (KÖR) Teil 2: Turnertempel-Denkmal als Ort der Erinnerung

Das neu gestaltete großflächige Turnertempel-Denkmal soll an die jüdische Vergangenheit im Wiener 15. Bezirk erinnern. Am Platz der 1938 in der "Reichskristallnacht" zerstörten Synagoge symbolisiert ein Netz aus schwarzen Betonbalken den Dachstuhl des Gebäudes während im Boden eingelassene Mosaike Früchte, Pflanzen und Blätter aus der Thora zeigen. Die Umgestaltung des Areals wurde aus den Mitteln von KÖR, des Bezirks und der EU finanziert. Der Ort der Erinnerung wurde am 10. November. mit einem Gedenkgebet und einem Festakt eröffnet.

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Kunst im öffentlichen Raum (KÖR) Teil 3: "Unbekannter Ritter" erobert Graz

Drei eher kriegsmüde Ritter erobern seit September als Skulpturen das Grazer Stadtbild und bleiben zwei Jahre, um zum Nachdenken anzuregen: Auf Einladung des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum am Universalmuseum Joanneum (UMJ) setzte sich der deutsch-türkische Künstler Nasan Tur mit den Mechanismen auseinander, die zur Mythenbildung und zur Konstruktion von Feindbildern führen, wie etwa aus den Türkenkriegen.

Der immer wieder gepflegte und tradierte Mythos von der Steiermark und Graz als Bollwerk gegen den Südosten – vor allem gegen das Osmanische Reich – fand sich noch in den 1970er Jahren in Volksschulbüchern. Dass es auch differenziertere Ansichten geben kann, zeigte Tur gemeinsam mit sechs- bis achtjährigen Grazer Volksschülern, mit denen er mehrere voneinander unabhängige Geschichten von einem verletzlichen, antiheroischen "Unbekannten Ritter" erfunden hat. Diese wurden als traditionelle Bronzedenkmäler umgesetzt und im Stadtbild aufgestellt: Sie finden sich in der Griesgasse, am Schloßberg (Türkenbrunnen) und am Dach des Zeughauses – hier träumt der Ritter friedlich vom Mond.

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200. Geburtstag des Joanneums

Das steirische Universalmuseum Joanneum feierte mit der Eröffnung des umgebauten Museumsviertels und drei Ausstellungen am 26. November seinen 200. Geburtstag. Die ins Hauptgebäude übersiedelte Neue Galerie zeigt eine umfassende Schau über den Künstler und Architekten "Hans Hollein" (bis 9. April 2012), weiters findet eine Ausstellung zum Thema "Moderne: Selbstmord der Kunst" anhand von Arbeiten aus eigenen Beständen statt (bis 2. September 2012). Zu sehen sind hier u.a. die Prunkstücke der Sammlung wie Werke von Egon Schiele, Joseph Beuys oder Marcel Duchamp. Außerdem eröffnet das Bruseum mit Arbeiten von Günter Brus (bis 9. April 2012). Joanneums-Chef Peter Pakesch sprach von einem "großen Moment für das Joanneum". Es sei ein "großer Schritt gewesen, die neue Galerie ins Haupthaus zu holen". Die Ai Weiwei Ausstellung "Interlacing" im Kunsthaus Graz ist bis zum 5. Februar 2012 verlängert worden.

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Karlheinz Töchterle: Kooperation zwischen Österreich und Vietnam stärken

Beim Besuch von Vietnams Vizepremierminister Nguyen Thien Nhan und Wissenschafts- und Technologieminister Nguyen Quan in Wien wurde am 1. Dezember ein Memorandum of Understanding im Bereich der höheren Bildung und Forschung unterzeichnet: "Damit stärken wir eine gewachsene und für beide Seiten fruchtbare Beziehung und beleben sie zugleich mit neuen Inhalten", so Wissenschafts- und Forschungsminister Karlheinz Töchterle. Die Kooperation in Wissenschaft und Forschung soll insbesondere in EU-Programmen intensiviert werden.

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Land Salzburg beantragt Schulversuch zur Förderung von Pflegeberufen

Das Land Salzburg möchte einen Schulversuch für eine Berufsbildende höhere Schule (BHS) für Pflege- und Sozialbetreuungsberufe starten.

Junge Menschen können zurzeit erst mit 17 Jahren eine Krankenpflegeschule besuchen – für viele interessierte Pflichtschulabsolventen eine (zu) lange "Wartezeit" von zwei Jahren.

Dem soll eine Pflege-BHS Abhilfe schaffen, in die junge Menschen bereits nach der Pflichtschule eintreten können. Die Ausbildung schließt mit der Matura ab.

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22 Top-Unternehmen stärken den Forschungsstandort Österreich

22 renommierte heimische Unternehmen haben sich auf Initiative von Innovationsministerin Doris Bures dazu verpflichtet, ihre Forschungsausgaben bis 2015 um 20 Prozent zu steigern. "Der Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Staat bringt uns dem Ziel einer Poleposition in Forschung und Entwicklung entscheidend näher. Und das in wirtschaftlich schwierigen Zeiten", freut sich die Bundesministerin.

Die 22 beteiligten Unternehmen stehen für mehr als eine Milliarde Euro Forschungsausgaben pro Jahr. Sie repräsentieren damit mehr als ein Fünftel der gesamten Unternehmensforschung in Österreich und beschäftigen 80.000 Menschen in Österreich.

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"BIOS Science Austria" bündelt agrarische Forschungskompetenz

Mit "BIOS Science Austria" entsteht ein einzigartiger österreichischer Verbund, der nahezu 100 Prozent der agrarischen Forschung abdeckt. An diesem wichtigen strategischen Projekt nehmen mit der Universität für Bodenkultur Wien, der Veterinärmedizinischen Universität Wien, dem Lebensministerium und nahen Einrichtungen wie der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit und dem Umweltbundesamt vorrangige Institutionen der heimischen Life Science Szene teil. Vor allem bei komplexen Fragestellungen wie etwa Lebensmittelsicherheit bzw. -qualität erleichtere "BIOS Science Austria" die Zusammenarbeit von Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen, betont Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich.

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Christa Neuper als erste Rektorin der Uni Graz inauguriert

Nach 246 Rektoren steht mit Beginn des aktuellen Studienjahres mit Christa Neuper die erste Frau an der Spitze der Universität Graz. Am 3. Dezember hat in der Aula der Uni die feierliche Amtseinführung der profilierten Gehirnforscherin stattgefunden. Christa Neuper ist die erste weibliche Universitäts-Rektorin in der über 400-jährigen Geschichte der Karl-Franzens-Universität Graz und die erste steirische Universitätschefin überhaupt. Insbesondere will sie die Position der Uni Graz als Forschungsinstitution forcieren.

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Wahl zum Wissenschaftsbuch des Jahres beginnt

Mit der Präsentation von 21 Büchern hat Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle die neue Runde zur Wahl "Das beste Wissenschaftsbuch des Jahres" eröffnet. Nachdem eine Experten-Jury die Nominierungen in vier Kategorien vorgenommen hat, ist ab sofort das Publikum an der Reihe: Abstimmen kann man bis 9. Jänner 2012 entweder direkt im Buchhandel, in Büchereien, per Post oder im Internet unter http://www.wissenschaftsbuch.at.

"Die Aktion ist im deutschsprachigen Raum einzigartig. Dass vermehrt zum Sachbuch gegriffen wird, zeigt ein enormes Interesse an wissenschaftlichen Themen, das müssen und wollen wir weiter fördern", so der Bundesminister.

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Nach Relaunch: www.studienwahl.at bietet noch mehr Informationen

Am 1. Dezember ging die überarbeitete Website http://www.studienwahl.at des Bundesministeriums für Wissenschaft und Forschung online. Diese bietet Informationen über den gesamten tertiären Bildungsbereich in Österreich, das heißt, die universitären Studien, Fachhochschul-Studiengänge sowie Studien an den Pädagogischen Hochschulen und Privatuniversitäten. Studienbeschreibungen helfen, einen ersten Einblick in die einzelnen Angebote zu gewinnen.

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Formeller Sportministerrat beschäftigte sich mit Freiwilligentätigkeit in Europa

Am 29. November fand ein formeller Sportministerrat unter der polnischen EU-Ratspräsidentschaft in Brüssel statt.

Dabei wurde die Entschließung des Rates und der im Rat vereinigten Vertreter der Regierungen der Mitgliedstaaten zur Vertretung der EU-Mitgliedstaaten im Gründungsrat der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) und zur Koordinierung der Standpunkte der EU vor den WADA Sitzungen angenommen. Diese sieht vor allem ein neues, gestärktes und auf Kontinuität gerichtetes Vertretungssystem der EU im WADA Foundation Board vor.

Darüber hinaus wurden Schlussfolgerungen des Rates zur Bedeutung der Freiwilligentätigkeit im Sport für die Förderung der aktiven Bürgerschaft angenommen.

Im Rahmen des Europäischen Jahres der Freiwilligentätigkeit 2011 zielt die Kommission darauf ab, neue und innovative Ansätze zur Entwicklung längerfristig angelegter Partnerschaften zwischen Organisationen der Zivilgesellschaft im Bereich des Ehrenamts zu entwickeln und zu erproben. Ferner soll die Verbesserung von Qualität und Rahmenbedingungen der Freiwilligenarbeit, die auch als Mittel gegen soziale Ausgrenzung dienen kann, gefördert werden.

Zudem wurden Schlussfolgerungen des Rates zur Bekämpfung von Spielabsprachen angenommen.

In der Orientierungsaussprache zum Thema Good Governance im Sport wurden neben einer einheitlichen Begriffsdefinition auf die Festlegung von Grundsätzen einer Good Governance versucht wie etwa:

  • Autonomie des Sports innerhalb des gesetzlichen Rahmens
  • klare und geregelte Wahl- und Ernennungsprozeduren
  • Transparenz
  • Rechenschaftspflicht bei Entscheidungsprozessen
  • Gleichstellung der Geschlechter
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BSO verlieh wieder Kristall-Trophäen für verdiente Sportpersönlichkeiten

Auch heuer standen bei der Cristall Gala der Österreichischen Bundes-Sportorganisation (BSO) am 25. November im Studio 44 - Haus der Lotterien jene Menschen im Mittelpunkt, die ihre Zeit, ihr Engagement und ihre Kompetenz in den Dienst des Sports stellen. Der begehrte Kristall ging diesmal an Andrea Pöllinger (Burgenländischer Behindertensportverein) in der Kategorie Top-Funktionärin, an Martin Scherwitzl (Judo) in der Kategorie Top-Funktionär, an die SPORTUNION St. Pölten in der Kategorie Top-Sportverein und an den erfolgreichen Kanu-Goldschmied Helmut Schröter in der Kategorie Top-Trainerpersönlichkeit. Mit dem Titel "Top-Frauenpower-Projekt" wurde "Frauen zu Olympia" des SV Schwechat ausgezeichnet. Zum krönenden Abschluss wurde die Auszeichnung des/der "Top-SportbotschafterIn" verliehen. Diese ging an Roswitha Stadlober, Geschäftsführerin des Vereins "Karriere Danach" (KADA) und ehemalige Weltklassesportlerin. Die erfolgreiche Skirennläuferin der 80er Jahre unterstützt seit 2006 Sportlerinnen und Sportler beim schwierigen Übergang vom aktiven Sport-Dasein zur Karriere danach mit Rat und Tat.

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Netzwerk Winter: Salzburg startet Skisport-Anfängeroffensive

Wer als Kind die Freude am Wintersport nicht entdeckt, wird auch als Erwachsener kaum für Urlaub im Schnee zu gewinnen sein. Von diesem einfachen Zusammenhang geht das Salzburger Netzwerk Winter aus und will mit einem Maßnahmenbündel die Skifahrerinnen und Schifahrer von morgen für die heimischen Wintersportgebiete gewinnen. Das seit dem Jahr 2006 bestehende Netzwerk Winter sieht die Lehrerinnen und Lehrer als einen Schlüsselfaktor, um Wintersportwochen in Schulen wieder attraktiver zu machen. Deshalb bietet das Netzwerk Winter nun eine Kooperation mit den Salzburger Skischulen an. Die Anfänger werden von einem professionellen Skilehrer betreut, die Sportlehrer können sich mit den Fortgeschrittenen aus der Klasse beschäftigen. Außerdem können für jene Kinder, die keine Ausrüstung haben, Patenschaften beim Netzwerk Winter abgerufen werden.

Eine Patenschaft umfasst die Betreuung durch den Skilehrer, Liftkarte sowie Ausrüstung und kostet 150 Euro. Insgesamt will das Netzwerk Winter ein Budget von 100.000 Euro für solche Patenschaften für den Winter 2012/13 aufbringen. Immerhin ist das Salzburger Land mit einem Anteil von 50 Prozent Marktführer bei den Wintersportwochen. "Ohne Breite gibt es keine Spitze", erklärte der Präsident des Landesskiverbands, Bartl Gensbichler. "Das Wichtigste ist, die Freude am Skifahren zu erwecken." Dann brauche man sich um den Nachwuchs für den heimischen Skisport keine Sorgen mehr zu machen.

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