Montag, 07. November 2005

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Gedankenjahr 2005: 50 Jahre Neutralität und Bundesheer

Zu einem riesigen Fest für Österreich wurde der Nationalfeiertag am 26. Oktober im heurigen Gedenkjahr. Im Zentrum der Feiern standen die Jubiläen 50 Jahre Neutralität und 50 Jahre Bundesheer. Nach offiziellen Schätzungen wurden insgesamt rund 1,1 Mio. Besucher gezählt. Allein 700.000 Menschen säumten die Ringstraße, als dort die bisher größte Militärparade in der Geschichte der Zweiten Republik abgehalten wurde. Zu sehen waren an die 4.200 Soldaten, 180 Panzer und mehr als 600 Fahrzeuge. An einem „Lufttreffen“ nahmen 100 Hubschrauber und Flugzeuge, darunter erstmals vier (vorerst geborgte) Eurofighter, teil.
Vor den Ehrengästen, an der Spitze Bundespräsident Heinz Fischer und Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, defilierten zudem Fahnenabordnungen aus den vier Signatarmächten des Staatsvertrages und den EU-Ländern.
Tausende Interessierte besichtigten auch das renovierte Parlament mit modernem Besucherzentrum und das benachbarte Palais Epstein, die neue Dependance des Hohen Hauses. ■

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Nationalfeiertag: Sondersitzung des Ministerrates

Einigkeit herrschte am Nationalfeiertag zwischen den Parteien über das Bekenntnis zur Neutralität. Bundespräsident Heinz Fischer meinte, die Neutralität habe sich sehr bewährt.
Bundeskanzler Wolfgang Schüssel erinnerte bei einem Sonderministerrat an den 26. Oktober 1955, als das Bundesverfassungsgesetz über die immerwährende Neutralität Österreichs im Nationalrat beschlossen wurde. „Die Neutralität unseres Landes hat sich zu einem wichtigen Element für das Selbstverständnis Österreichs und seine Rolle in der Staatengemeinschaft entwickelt. Der Kern dieser Neutralität bleibt: Österreich nimmt an keinen Kriegen teil, schließt die Stationierung fremder Truppen auf österreichischem Staatsgebiet aus und es tritt Militärbündnissen nicht bei“, so Schüssel.
Das Neutralitätsverständnis habe sich im Laufe der Zeit naturgemäß weiter entwickelt. Österreich sei den Vereinten Nationen beigetreten, sei Sitz der UNO und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) und seit zehn Jahren EU-Mitgliedsland. „Wir haben aber immer den Rahmen internationaler solidarischer Friedensbemühungen gewahrt“, betonte der Bundeskanzler.
Vizekanzler Hubert Gorbach bezeichnete das Neutralitätsgesetz als „Basis für den wirtschaftlichen Aufstieg“ Österreichs nach dem Zweiten Weltkrieg. SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer verwies darauf, dass die Neutralität Österreich vor „militärischen Abenteuern irgendwelcher Art“ bewahrt habe. Grünen-Chef Alexander Van der Bellen sagte, die Neutralität habe in den letzten zehn Jahren sogar an Status gewonnen. Auch FPÖ-Obmann Heinz-Christian Strache warnte vor einer „Entsorgung der Neutralität“. ■

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Kanzler Schüssel: Österreich Teil des skandinavischen Sozialmodells

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel sieht Österreich als Teil des skandinavischen Sozialmodells und widerspricht damit einer Klassifizierung des belgischen Wirtschaftsforschers André Sapir, der im Auftrag von EU-Ratspräsident Tony Blair Vergleichsstudien zu den europäischen Sozialmodellen erstellt hat. Darin ordnet Sapir Österreich dem ineffizienten „kontinentalen Modell“ zu, in welchem die vor allem durch Lohnnebenkosten finanzierten Sozialleistungen breit gestreut sind, der Arbeitnehmerschutz stark ausgeprägt ist und die Gewerkschaften – im Gegensatz zum angelsächsischen Modell – eine starke Position einnehmen. Zum Problem wurde hier auch die Finanzierung der Pensionen durch die Überalterung der Gesellschaft.
Dem hielt Schüssel in einem Gespräch mit der Tageszeitung „Die Presse“ (29. Oktober) entgegen, dass die relevanten österreichischen Eckdaten – u.a. bei Wachstum, Beschäftigung und Arbeitslosen – zumindest gleich gut seien wie jene der von den Studienautoren favorisierten „angelsächsischen“ und „nordischen“ Modelle. Demnach sei „Österreich eigentlich Teil des skandinavischen Modells. Es bietet zugleich Wachstumsdynamik und ein hohes Maß an sozialer Sicherheit“, so der Bundeskanzler. Österreichs Weiterentwicklung vor allem in Richtung des skandinavischen Modells zeige sich etwa daran, dass der Anteil der Sozialausgaben stärker gestiegen sei als im Schnitt der skandinavischen Länder, zugleich aber die Steuerquote abgesenkt worden sei, unterstrich Schüssel. ■

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Bundeskanzler Schüssel: "Ärmel aufkrempeln" für Vollbeschäftigung

"Ärmel aufkrempeln" – das müsse das Motto der österreichischen EU-Präsidentschaft im ersten Halbjahr 2006 sein, sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bei der ORF-Europa-Matinee am 6. November. An der wirtschaftspolitischen Diskussionsrunde im prunkvollen Musensaal der Wiener Albertina nahmen neben dem Bundeskanzler Günter Verheugen, Vizepräsident der Europäischen Kommission, der designierte deutsche Innenminister Wolfgang Schäuble, SPÖ-Vorsitzender Alfred Gusenbauer und der Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider teil.
Im Bereich der Beschäftigung sei es wichtig, „keine uneinlösbaren Versprechungen“ zu machen. „Wir können uns auf einige große Themen einigen, die dann aber auch wirklich mit Zeitplänen, mit Energie, mit wechselseitiger Kontrolle umgesetzt werden“, so Schüssel. Prioritäres Ziel bleibe die Vollbeschäftigung. ■

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NATO-Generalsekretär De Hoop Scheffer in Wien

NATO-Generalsekretär Jaap de Hoop Scheffer führte am 3. November mit Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Außenministerin Ursula Plassnik in Wien Gespräche über die Zusammenarbeit zwischen der Europäischen Union und der NATO. Im Hinblick auf den bevorstehenden EU-Vorsitz Österreichs betonte De Hoop Scheffer die eminente Bedeutung einer strategischen Partnerschaft zwischen EU und NATO. Er lobte das Engagement Österreichs auf dem Balkan und in Afghanistan. Österreich spiele eine „wichtige Rolle im Rahmen der Nato-Partnerschaft für den Frieden“, so der Generalsekretär. ■

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Kanzler Schüssel fordert Mut in der Europapolitik

Die Erfolge der Einigung Europas hätten die kühnsten Erwartungen Winston Churchills übertroffen, erklärte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am 2. November in einer nach dem ehemaligen britischen Premierminister benannten traditionellen Rede an der Universität Zürich. Churchill hatte vor dem Hintergrund des eben zu Ende gegangenen Zweiten Weltkriegs in seiner Züricher Ansprache 1946 von der „Tragödie Europas“ gesprochen. Schüssel rief nun zu „Mut und Führung“ in der Europapolitik auf, auch wenn „nicht alles perfekt“ sei. Eine „enorme Schubkraft“ für die Zukunft der Europäischen Union verspricht sich der Bundeskanzler vor allem von Investitionen in Forschung und Infrastruktur. In der Frage künftiger Erweiterungen gehe es darum zu definieren, wo Europa ende, aber auch um Werte, Akzeptanz und die Aufnahmefähigkeit der Gemeinschaft. ■

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EU-Gipfel: Schüssel traf Erdogan

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel traf am Rande des informellen EU-Gipfels in Hampton Court bei London (27. Oktober) mit dem türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zusammen. Beide Seiten betonten die guten bilateralen Beziehungen.
Schüssel erklärte nach dem EU-Gipfel, die EU-Staats- und Regierungschefs hätten sich unisono für eine Einigung auf die EU-Finanzen noch im Dezember ausgesprochen. Konkrete europäische Antworten auf die Globalisierung, Hauptthema des Treffens in Hampton Court, würden unter österreichischem Vorsitz zu diskutieren sein. „Alles wird unter österreichischer Präsidentschaft zu lösen sein“, so der Bundeskanzler. Darunter fallen auch die Bereiche Landwirtschaft, Außenpolitik, Forschung und Energie. ■

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Außenministerin Plassnik: Existenzrecht Israels unbestritten

Die Äußerungen des iranischen Präsidenten Mahmoud Ahmadinejad zu Israel seien „völlig inakzeptabel. Das Existenzrecht Israels darf nicht in Zweifel gezogen werden“, erklärte Außenministerin Ursula Plassnik am 27. Oktober. ■

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Außenministerin Plassnik in Bern

Außenministerin Ursula Plassnik nahm am 4. November in Bern an der Veranstaltung „Danke Schweiz“ teil. Dabei wurde der „Schweizer Kinderhilfe“ gedacht, die nach Ende des Zweiten Weltkrieges – zwischen 1945 und 1955 – 35.000 unterernährten österreichischen Kindern Erholung in der Schweiz ermöglichte. Plassnik nahm das Gedenkjahr zum Anlass, um der Schweiz offiziell für ihre Hilfe zu danken. ■

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Zahl der Lehrstellen nimmt zu

Mit 4.224 sofort verfügbaren offenen Lehrstellen konnte bis Ende Oktober ein deutlicher Zuwachs an Lehrplätzen verzeichnet werden. Die Differenz zwischen Ausbildungsplätzen und Lehrstellensuchenden fiel auf unter 3.500. Vor einem Jahr hatte die Lücke noch 6.000 betragen.
Dies gaben Wirtschaftskammer (WKÖ), Arbeitsmarktservice (AMS) und Arbeiterkammer (AK) kürzlich bekannt. Ein wesentlicher Grund dafür sei der „Blum-Bonus“, der mit 1. September eingeführt wurde: Betriebe, die mehr Lehrlinge als im vergangenen Jahr einstellen, erhalten pro zusätzlichem Jugendlichen monatlich 400 Euro. Im zweiten Lehrjahr beträgt der Bonus 200 Euro, im dritten 100 Euro. Außerdem gibt es pro Lehrling eine Steuergutschrift von 1.000 Euro.
Das nach dem Lehrlingsbeauftragten der Bundesregierung, Egon Blum, benannte Projekt ist für ein Jahr geplant. Österreichweit haben laut AMS 6.000 Betriebe einen Antrag für den Bonus eingereicht. Bereit gestellt werden dafür 15,6 Mio. Euro, die bei Bedarf aufgestockt werden.
Mit einem neuen Intensivprogramm sollen auch die derzeit rund 1.500 langzeitarbeitslosen Jugendlichen (mehr als sechs Monate ohne Arbeit) auf dem Arbeitsmarkt untergebracht werden, kündigten WKÖ-Präsident Christoph Leitl und AMS-Chef Herbert Buchinger an. Das neue Programm, das am 1. Dezember starten soll, basiert auf der Methode der „aufsuchenden Arbeitsvermittlung“ und ist für Kunden gedacht, bei denen gängige Instrumente bisher ohne Erfolg blieben. Dafür stehen Sozialarbeiter zur Verfügung, die etwa bei Vorstellungsgesprächen behilflich sind und den Klienten in den ersten Monaten der neuen Tätigkeit begleiten. ■

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Weltkongress der "Jungen Wirtschaft International" in Wien

Mehr als 5.500 Unternehmer und Manager aus aller Welt haben vom 24. bis 30. Oktober am Weltkongress der Jungen Wirtschaft International (JCI) im Austria Center Vienna teilgenommen. Der JCI ist eine weltumspannende Vereinigung von jungen Unternehmern und Führungskräften, die mit 200.000 Mitgliedern in über 110 Ländern vertreten ist. In Österreich gibt es mehr als 2.000 JCI-Mitglieder. Ziel der Organisation ist die Förderung und Ausbildung der Jungunternehmer. Der „JCI World Congress“ ist laut Veranstaltern die größte wirtschaftliche Netzwerk- und Kontaktplattform der Welt.
Der Kongress wurde heuer erstmals in Österreich abgehalten. „Ein Riesenerfolg für Österreich. Außerhalb von Ostasien, wo die Organisation traditionell am stärksten ist, hat hier der erfolgreichste Kongress seit dem Bestehen von JCI stattgefunden“, so Kongressdirektor Wolfgang Winkler. Selbst in den USA seien diese Teil¬nehmerzahlen nicht erreicht worden. „Wir haben der Welt Österreich als dynamischen Wirtschaftsstandort präsentiert, als Sprungbrett zu den Boomregionen in Osteuropa“, zog auch Rainer Ribig, Bundesgeschäftsführer der Jungen Wirtschaft, der österreichischen JCI-Organisation, sehr positive Bilanz.
Ein großer Themenschwerpunkt des Kongresses war Corporate Social Responsibility (CSR) – die Selbstverpflichtung von Unternehmen zu sozial verantwortlichem Handeln. Mit der feierlichen Unterzeichnung des „Vienna CSR-Treaty“ wurden die Vorgaben für nachhaltiges Wirtschaften mit sozialen Standards fixiert. ■

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Wirtschaftsminister Bartenstein zu Besuch in Paris

Wirtschaftsminister Martin Bartenstein traf am 2. November zur Vorbereitung der österreichischen EU-Präsidentschaft in Paris mit Arbeitsminister Gerard Larcher und Industrieminister Francois Loos zusammen. „Die jüngste Initiative Frankreichs zur Schaffung eines Netzwerkes von Industrie- und Forschungsclustern korrespondiert mit einem Schwerpunkt der österreichischen Präsidentschaft bei den Bemühungen um eine Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit“, erklärte Bartenstein nach dem Treffen.
Gemeinsam mit Frankreich wolle Österreich so genannte Cluster – Wirtschafts-, Forschungs- und Bildungsnetzwerke – auf ihre Rolle bei der Steigerung der europäischen Wettbewerbsfähigkeit untersuchen und erfolgreiche Modelle wie den Automobilcluster Steiermark präsentieren. ■

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FACC: Neues Werk mit 250 Jobs

Das neue Werk des oberösterreichischen Flugzeugteile-Zulieferers Fischer Advanced Composite Components (FACC) wird in Reichenberg (OÖ) gebaut. Dabei sollen 250 Jobs entstehen. ■

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Staatsoper: Kanzler Schüssel bei "50 Jahre Wiedereröffnung"

Am 5. November fand die offizielle Eröffnung des Staatsopernmuseums durch Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Staatsoperndirektor Ioan Holender, den Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums Wien, Wilfried Seipel, und den Generaldirektor von Siemens Österreich, Albert Hochleitner, statt. In der Folge wurde in der Wiener Staatsoper das Festkonzert „50 Jahre Wiedereröffnung“ gegeben, das auf den Herbert von Karajan-Platz mit Unterstützung von Siemens Österreich live übertragen wurde. Für kulinarische Verpflegung – Würstel und Tee wurden kostenlos angeboten – sorgten die Wiener Staatsoper und Gerstner. Das neue Café Oper Wien am Karajan-Platz war anlässlich dieses Ereignisses erstmals geöffnet. Im März 1945 war die Staatsoper bei einem Bombenangriff zerstört worden. Am 5. November 1955 wurde das Haus mit einem „Musikfest“ wiedereröffnet, bei dem u.a. der damalige Direktor Karl Böhm Beethovens Freiheitsoper „Fidelio“ dirigierte. ■

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Morak: Österreich stark beim UN-Informations-Weltgipfel in Tunis

Unter dem Patronat von UN-Generalsekretär Kofi Annan wird der zweite Teil des Weltgipfels zur Informationsgesellschaft (WSIS) von der Internationalen Telekom-Union (ITU) vorbereitet. Vertreter von rund 150 Staaten – Führungskräfte aus der Wirtschaft, UN-Delegierte, Vertreter der Zivilgesellschaft und Medienmacher – kommen in Tunis von 16. bis 18. November zusammen, um Maßnahmen zur Entwicklung der Informationsgesellschaft zu verabschieden. Während des Gipfels präsentieren sich Bundesministerien und österreichische Firmen im Austrian e-Content Village – einem 120 m2 großen Ausstellungsbereich: Im Rahmen der den Gipfel begleitenden internationalen „ICT4all“-Ausstellung zeigt Österreich in Tunis innovative New-Media-Lösungen, die weltweit eingesetzt werden können. Die „ICT4all“-Ausstellung soll durch Best-Practice-Präsentationen, Workshops, Content-Foren und Networking-Events zeigen, wie das Ziel erreicht werden kann, allen Menschen weltweit Zugang zu qualitativ hochwertiger digitaler Information zu verschaffen. Österreich, das bereits im Vorfeld zum UN-Gipfel das Thema Qualitätsinhalte lanciert hat, zeigt durch seinen Ausstellungsbeitrag, dass Initiativen hierzu aus dem öffentlichen Sektor genauso wie aus der Privatwirtschaft kommen können, u.a. ist das Bundeskanzleramt mit Help.gv.at – Your Digital Interactive Guide to Austrian Authorities Digital Austria – The ICT-Strategy and E-Government Initiative, vertreten. Wie Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak, der die Delegation nach Tunis leiten wird, ankündigte, werde Österreich am Gipfel das Thema der qualitätsvollen Inhalte in der Informationsgesellschaft forcieren, hätte doch gerade hier Österreich enormes Potential.
Eine zweite Initiative, die Österreich am WSIS einbringt, ist der World-Summit Award (WSA). Dieser Wettbewerb für Multimedia und e-Content Produkte wird auf dem Gipfel als offizielles österreichisches Projekt vorgestellt. Bereits auf dem Weltgipfel in Genf (2003) war der vom ICNM – Internationales Centrum für Neue Medien initiierte WSA eine der erfolgreichsten Veranstaltungen. Vorgesehen ist die Vergabe der Awards in acht Kategorien – von E-Learning, E-Culture bis E-Business – und soll die Sensibilität für qualitativen Content stärken. Am WSA nehmen mittlerweile 170 Staaten teil. ■

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Albanien: Mutter-Teresa-Orden für Bildungsministerin Gehrer

Bildungsministerin Elisabeth Gehrer ist am 31. Oktober in Tirana (Albanien) von Staatspräsident Alfred Moisiu mit dem Mutter-Teresa-Orden ausgezeichnet worden, „für den hervorragenden Beitrag zur Entwicklung von Bildung, Wissenschaft und Kunst in der Republik Albanien“ und für ihre hohen humanistischen Werte, die sie gegenüber dem Land gezeigt hätte. Bei einer Unterredung mit der Ministerin sprach sich der Präsident für eine weitere Stärkung der Beziehungen zwischen Tirana und Wien aus. Gehrer erklärte, die österreichische Hilfe für albanische Bildungseinrichtungen ziele „auf die Verbesserung der Bedingungen in Schulen und die Zusammenarbeit auf universitärer Ebene“. Staatspräsident Moisiu hatte sich erst Anfang Oktober zu einem Arbeitsbesuch in Österreich aufgehalten und war u.a. mit Bundespräsident Heinz Fischer zusammengetroffen. Albaniens Ministerpräsident Sali Berisha bekräftigte nach seinem Treffen mit Gehrer die Absicht der Regierung, die öffentlichen Ausgaben für das Bildungswesen zu verdoppeln. Schwerpunkt solle dabei auf die Lehrerausbildung und die Ausstattung jeder Schule mit Internet-Zugängen gelegt werden. Berisha stellte außerdem das Projekt „Brain Gain“ vor. Damit sollen an westlichen Universitäten tätige, gut ausgebildete Albaner in die Heimat zurückgeholt werden. Gehrer erklärte, dass Österreich Albanien weiter bei der Entwicklung seines Bildungs- und Tourismussektors unterstützen wolle. Die Bildungsministerin wohnte auch der Eröffnung der Ausstellung „Good Morning Balkans“ in der Nationalen Kunstgalerie in Tirana mit Werken von Künstlern aus Südosteuropa von Slowenien bis zur Türkei, aber auch aus Deutschland und Österreich, bei. Die Schau kam auch mit Unterstützung des österreichischen Außenministeriums zustande. ■

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Förderung österreichischer Popmusik durch neuen Musikfonds

Vor kurzem wurde der Österreichische Musikfonds vom Bund ins Leben gerufen, um die heimische Musikproduktion zu fördern. Auf den ersten Aufruf hin wurden 230 Projekte eingereicht. Zu den von der Jury ausgewählten Künstlern gehören Bauchklang, Broadlahn, Electric Indigo & Mia Zabelka, das Vienna Art Orchestra und Zweitfrau. Unter den bedingten Förderzusagen sind etwa Produktionen von 78plus, Dublestandart oder Go Blow zu finden. Den Musikfonds stehen jährlich 600.000 Euro zur Verfügung, die vom Bundeskanzleramt sowie Brancheninstitutionen finanziert werden. Der zweite Aufruf für Einreichungen läuft noch bis 10. Dezember. ■

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Kunsthalle Wien und BA-CA Kunstforum: Superstars

Seit den 1980er Jahren geistern die „Superstars“ durch die Medien, die globale Präsenz garantieren. Der Begriff umfasst nicht nur Berühmtheiten aus Film, Musik und Mode, sondern auch Künstler wie Jeff Koons und Andy Warhol, geschickte PR-Strategen in eigener Sache. DieAusstellung widmet sich auch den „Bad Boys and Bad Girls“, Künstlern, die durch provozierende Umkehrungen von Star-Images berüchtigt und in der Folge selbst populär wurden. Das Prinzip Prominenz gilt auch für industrielle Produkte – Nike, McDonalds, Coca Cola – die meist in Verbindung mit Celebrities aus Sport und Entertainment zu globalen Emblemen gemacht werden und durch ihren Appell ans Gefühl den Konsum anheizen sollen. Die Superstars von Marilyn Monroe über Madonna bis zu Michael Jackson sind die sichtbarsten Repräsentanten einer medialisierten und oft sinnentleerten Gegenwartsgesellschaft mit ihrem Mangel an Selbstwertgefühl und Würde. ■

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Festival Wien Modern 2005

Wien Modern, Österreichs größtes Festival für Musik der Gegenwart, widmet sich heuer bis 28. November Werkportraits von Helmut Lachenmann, Beat Furrer und Giacinto Scelsi sowie dem Themenschwerpunkt „collective identities“. Als Festival im Festival sind im Rahmen von „Dschungel Wien Modern“ bis 20. November internationale Musiktheaterprojekte für Kinder und Jugendliche zu sehen. Wien Modern 2005 bietet an 15 ausgesuchten Orten in Wien und Umgebung 81 Veranstaltungen zwischen Konzert, Musiktheater, Tanz, Performance, Gespräch, Workshop und Symposion. Mit dem von Claudio Abbado 1988 gegründeten Festival wird Wien auch heuer zur Drehscheibe des internationalen zeitgenössischen Musikschaffens. Zahlreiche Orchester, Ensembles und Künstler, die interpretatorisch-schöpferisch weltweit führend sind, sind bei Wien Modern zu Gast, u.a. das RSO-Wien, das Klangforum Wien, das Arditti String Quartet, das Kammerensemble Neue Musik Berlin, Joëlle Léandre, Marianne Schroeder. Werke sind u.a. auch von Luciano Berio, Friedrich Cerha, Brian Ferneyhough, Klaus Lang, Bruno Maderna, Wolfgang Mitterer, Luigi Nono und Wolfram Schurig zu hören. Wien Modern, ein Festival der Stadt Wien, wird durch die Sektion Kunst im Bundeskanzleramt unterstützt. Besonderer Dank gilt dem langjährigen Festivalsponsor KAPSCH AG. ■

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Mozartjahr 2006: Unterstützung durch die Europäische Union

Das Mozartjahr 2006 erhält auch finanzielle Unterstützung der Europäischen Union. Ein Antrag zur Förderung von entsprechenden Aktivitäten in Salzburg, Wien und Augsburg mit insgesamt 500.000 Euro aus dem EU-Haushalt 2006 ist am 27. Oktober im Plenum des Europäischen Parlaments mit breiter Mehrheit angenommen worden. Als "Ouvertüre" hat die Wiener Mozartjahr Organisationsges.m.b.H. kürzlich einen Führer herausgebracht, der die wichtigsten Veranstaltungen während des ganzen Jahres darstellt. ■

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Wien: Jüdische Filmwoche 2005

Die Jüdische Filmwoche wurde 1991 gegründet. Wie Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak im aktuellen Katalog ausführt, liege die Intension der „Österreichischen Gesellschaft zur Erhaltung und Förderung der jüdischen Kultur und Tradition“ darin, die jüdische Kultur dem österreichischen Publikum mittels der Erzählkraft des Mediums Film näher zu bringen und damit Fremdenfeindlichkeit, Intoleranz und Antisemitismus entgegen zu steuern. Die jüdische Filmwoche stellt auch heuer bis 17. November ein vielseitiges Programm zum Thema jüdisches Leben und Kultur vor. Neben Tributes und Themenschwerpunkten bereichern zahlreiche aktuelle internationale Spiel- und Dokumentarfilme, die das jüdische Filmschaffen abseits des Mainstream-Kinos repräsentieren, das Programm. Hochinteressant sind auserwählte, kontroversielle Abschlussfilme von Studenten israelischer Universitäten. ■

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Wien: Otto-Wagner-Museum im neu adaptierten P.S.K.-Gebäude

Aus Anlass des knapp 100-jährigen Bestehens des Postsparkassengebäudes – eine der bedeutendsten Leistungen des Architekten Otto Wagner (1841-1918) – feierte die BAWAG P.S.K. am 3. November mit einem Festakt, dem Bundespräsident Heinz Fischer beiwohnte, die Beendigung der Renovierungsarbeiten am Gebäude sowie die Eröffnung des „WAGNER:WERK Museums Postsparkasse“. Es macht einen der wichtigsten österreichischen Architekten des 20. Jahrhunderts anhand seines Monumentalbaus, der Österreichischen Postsparkasse, zum Thema einer permanenten Messe. Der „Kleine Kassensaal“ ist nach Jahrzehnten erstmals der Öffentlichkeit als neu gegründetes Museum zugänglich. Rund 200 historische Fotos, Dokumente, Zeitungsberichte, Pläne, innovative Materialien, präsentieren WAGNER:WERK Museum Postsparkasse auf 354 m2 in fünf Räumen als von Georg Coch gegründetes revolutionäres Geldinstitut „für den kleinen Mann“ mit einer in die Zukunft weisenden modernen Architektur. In der „Großen Halle“ werden ab 2006 Sonderausstellungen geboten. ■

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Sigmund Freud-Museum: Morak eröffnet „Meisterwerke aus Gugging“

Als Auftakt für das Sigmund-Freud-Jahr 2006 präsentiert das Freud-Museum bis 28. Februar 2006 mit „Meisterwerke aus Gugging“ erstmals eine Auswahl von 23 Werken jener Künstler, die als Patienten mit psychischen Erkrankungen über ein ungewöhnlich schöpferisches Talent verfügen. 1990 erhielten die Künstler aus Gugging den Oskar Kokoschka-Preis und wurden dann nach vielen internationalen Erfolgen auch in Österreich in die Kunstszene integriert. Heute gehören sie zu den Klassikern der von Jean Dubuffet definierten Art Brut, einer rohen Kunst, die das Innere des Menschen „unverfälscht“ darstellen will. Zu sehen sind Werke von zehn Künstlern, u.a. von Johann Fischer, Oswald Tschirtner und August Walla. Die Sonderschau im Freud-Museum – von Kunststaatssekretär Morak eröffnet – leitet zugleich eine Ausstellungsserie der Künstler aus Gugging ein, die den Höhepunkt in der Eröffnung des neuen ICC Gugging (Integrative Culture Centrum Gugging) im Sommer 2006 finden wird. ■

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"The New Austrian Sound of Music" erklingt in Berlin

Das Festival "The New Austrian Sound of Music" bringt bis 9. November die größte musikalische Offensive aus Österreich nach Berlin: Auf sechs Bühnen treten 22 Ensembles aus allen Genres – u.a. volkstümliche Musik, Klassik, Neue Musik, Jazz, Pop – auf. An dem Projekt arbeiteten erstmals mehrere Institutionen zusammen: Das Außenministerium, das Kulturforum an der Botschaft Berlin, das music information center austria (mica), die Wirtschaftskammer. Es präsentieren sich nicht nur Künstler, sondern österreichische Plattenfirmen, Vertriebe und Veranstalter. Künftig soll das Festival jährlich in einer anderen Metropole stattfinden. ■

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Österreichischer Skiverband feiert sein 100-jähriges Jubiläum

Sport-Staatssekretär Schweitzer gratulierte im Rahmen der Feierlichkeiten zum 100-jährigen Bestehen des Österreichischen Schiverbandes im Wiener Museumsquartier: „Der ÖSV unter Peter Schröcksnadel ist ein Vorzeigeverband wie er im Buche steht. Schifahren ist Teil der österreichischen Identität. Unsere Wintersportler repräsentieren uns aber auch international und stärken so das positive Image Österreichs“, betonte Schweitzer. In einem festlichen Ambiente mit rund 900 Gästen und unter Anwesenheit von Bundespräsident Fischer und Bundeskanzler Schüssel wurde im Wiener Museumsquartier das Jubiläum gefeiert. Neben einer zweistündigen Zeitreise, der Präsentation eines fast 500 Seiten starken Jubiläums-Bildbandes gab es am Abschluss des Festaktes ein „Jahrhundert-Foto“ mit allen Medaillen-Gewinnern und Weltcup-Siegern des ÖSV. ■

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Hohe Qualität österreichischer Sportstätten ausgezeichnet

Im Rahmen des 19. Kongresses der Internationalen Vereinigung Sport- und Freizeiteinrichtungen (IASK) und der Fachmesse „Freiraum, Sport- und Bäderanlagen“ (FSB) wurden am 26. Oktober internationale Architekturpreise für Sportstätten (IOC/IAKS AWARD) vergeben. In der Kategorie Wintersportanlagen erhielt die traumhafte und beeindruckende Bergisel-Sprungschanze in Innsbruck die Goldmedaille und in der Kategorie Sportplätze/Stadien das Salzburger EM-Stadion in Wals-Siezenheim die Bronzemedaille. Erstmals wurde als gemeinsamer Preis der „IPC/IAKS-SONDERPREIS für behindertengerechte Sportanlagen“ vergeben. Unter den sieben ausgezeichneten Projekten finden wir auch zwei erfolgreiche österreichische Vertreter: Die Sport- und Freizeitanlage in Stattegg (Graz/Steiermark) sowie die Hintertuxer Gletscherbahn (Tirol). ■

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"Gala Nacht des Sports" im Zeichen der Sportlerwahl 2005

Renate Götschl, Georg Totschnig und das Skispringer-Team in der Besetzung Wolfgang Loitzl, Andreas Widhölzl, Thomas Morgenstern und Martin Höllwarth wurden Österreichs „Sportler des Jahres 2005“. Rund 200 Sport-Journalisten von Sports Media Austria sorgten heuer für diese Entscheidung. Bundespräsident Fischer, Sport-Staatssekretär Schweitzer und Oberösterreichs Landeshauptmann Josef Pühringer zeigten sich von der Gala im Linzer Design Center sehr beeindruckt. Den so genannten „Special Award“ für seine große sportliche Karriere erhielt diesmal Andreas Goldberger. Die Preise für die besten Behindertensportler 2005 wurden an Andrea Scherney und Wolfgang Eibeck überreicht, der Preis für die Special Olympics ging an Gertrude Slama. ■

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Bundeskanzler Schüssel ehrte österreichische Skilegenden

Bundeskanzler Schüssel ehrte in Anwesenheit von Sport-Staatssekretär Schweitzer und dem Präsidenten des österreichischen Schiverbandes Peter Schröcksnadel sechs Legenden des österreichischen Schisports. Die anwesenden Pepi Stiegler, Anderl Molterer, Pepi Gramshammer, Klaus Heidegger, Franz Weber und Karl Platter wurden als "Botschafter des österreichischen Sports" hervorgehoben. Überreicht wurde je eine Dankesurkunde sowie ein Eisberg aus Kristall. ■

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"Salzburger Winterspiele 2014 GmbH" gegründet

Vertreter von Stadt, Land, Tourismusförderungsfonds, Pongauer Austragungsgemeinden und dem ÖOC unterzeichneten den Vertrag zur Gründung der Bewerbungsgesellschaft "Winterspiele 2014 GmbH". Als Geschäftsführer wurde Anton Schutti bestellt. Gemeinsam wolle man „das olympische Feuer nach Salzburg holen“ und Österreich international bestens präsentieren.

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