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Antrittsrede von Staatssekretärin Muna Duzdar im Nationalrat

Sehr geehrter Herr Präsident, sehr geehrte Mitglieder der Bundesregierung, sehr geehrte Abgeordnete!

Auch für mich ist es ein Debüt, und ich freue mich sehr, hier heute vor Ihnen sprechen zu dürfen und danke Ihnen jetzt schon im Voraus für Ihren Vertrauensvorschuss!

Bundeskanzler Christian Kern hat mich vor Tagen gefragt, ob ich für das Amt der Staatssekretärin im Bundeskanzleramt zur Verfügung stehe – und ich habe mit "Ja" geantwortet. Ich habe "Ja" gesagt, weil ich mich in seinem Team des Aufbruchs einbringen möchte – mit Engagement und Herz und vor allem mit großem Respekt vor den bevorstehenden Aufgaben.

Und wie Sie sich vorstellen können, habe ich in den letzten Tagen sehr viele Glückwünsche erhalten. Am meisten hat mich gefreut, dass mir meine Volksschullehrerin und meine AHS-Lehrerin gratuliert haben. Denn es ist der Unterstützung meiner tollen österreichischen Lehrerinnen zu verdanken, dass ich als Migrantenkind in meiner Schule so erfolgreich sein konnte.

Und ich muss Ihnen sagen, dass ich erst durch die mediale Berichterstattung der letzten zwei Tage daran erinnert wurde, dass ich einen Migrationshintergrund habe. Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich mich gar nicht mehr so wahrgenommen habe. Denn ich empfinde mich als Wienerin, als Österreicherin, als Europäerin und Weltbürgerin – ohne jemals aber auf meine palästinensisch-arabischen Wurzeln zu vergessen.

Ich nehme aber auch immer wieder wahr, vor allem auch in letzter Zeit, dass im Zusammenhang mit Migration eine stark negative Stimmung in unserem Land herrscht. Das stimmt mich oftmals nachdenklich und ist auch bedrückend für mich. Diese negativen Gefühle und Haltungen werden befeuert durch politische Kräfte, die das Trennende vor das Gemeinsame stellen.

Lassen Sie mich klarstellen: Ich verstehe sehr gut, warum Viele Angst haben, zornig sind, und manchmal auch das Gefühl der Resignation empfinden. Ich kann es nachvollziehen. Aber ich will hier ganz klar sagen: Ich will gegen die Angst arbeiten, und ich stehe für eine Politik, die Angst nimmt und Angst nicht nährt. Für eine Politik, die etwas will, etwas macht und etwas tut.

Ich bin im Bundeskanzleramt mit einer Reihe von Aufgaben betraut: Öffentlicher Dienst, Verwaltung, Digitalisierung, Diversität, Miteinander der Volksgruppen und Religionen. Das sind große Aufgaben, auf die ich mich sehr freue und auf die ich mich bereits intensiv vorbereite.

Ich werde auch dafür zuständig sein, Bundeskanzler Christian Kern zu unterstützen und zu vertreten, und ich werde auch eigene Akzente setzen. Akzente, die integrativ wirken, die Menschen ungeachtet ihrer Herkunft, Religion, Alter, Geschlecht, sexuellen Orientierung und Identität unterstützen. Akzente, die Hoffnung machen und die für Aufbruch stehen. Dafür hat mich der Herr Bundeskanzler geholt, und das erwartet man sich zu Recht von uns Politikerinnen und Politikern.

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich klare Meinungen und Positionen vertrete, und ich habe meine Grundsätze. Ich weiß von der demokratischen Verantwortung, Mehrheiten zu finden, zu erstreiten und gemeinsam zu vertreten. Ich freue mich daher auf einen regen Austausch mit Ihnen, sehr geehrte Damen und Herren, und ich danke auch für Ihren Vertrauensvorschuss. Ich danke Ihnen vielmals!

Rückfragehinweis:
Markus Stradner
Bundeskanzleramt – Büro Staatssekretärin Mag. Muna Duzdar
Pressesprecher der Staatssekretärin
Telefon: +43 1 531 15-20 40 65
Mobil: 0664 885 40 022
E-Mail: markus.stradner@bka.gv.at