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Kulturminister Drozda zeichnet Karl Ove Knausgård für sein literarisches Gesamtwerk aus

Staatspreisverleihung an norwegischen Schriftsteller

"Es ist mir eine Ehre, Karl Ove Knausgård auszuzeichnen. Er zählt zweifelsfrei zu den großen Autoren Europas. Damit reiht er sich in das Ensemble europäischer Literatur ein, die seit Jahrhunderten Geschichten von unserem Kontinent und seinen Menschen erzählt", sagte Kunst- und Kulturminister Thomas Drozda bei der Verleihung des Österreichischen Staatspreises für europäische Literatur in Salzburg. Für den Schriftsteller, der nicht persönlich anwesend sein konnte, nahm Regina Kammerer an seiner Stelle die Auszeichnung entgegen und verlas seine Dankesrede. 

 "Er erhält diesen wichtigen Preis für sein literarisches Gesamtwerk zu Recht und wohlbegründet. Seine Werke wurden in 30 Sprachen übersetzt und sorgten bei der schreibenden Zunft und im Feuilleton für Bewunderung", so Drozda, der betonte, dass man "die europäische Dimension nicht nur an der Anzahl der Sprache, sondern auch am grenzüberschreitenden Gesprächsstoff festmachen" könne.

Der Kulturminister hob unter anderem das epochale jüngste Werk von Knausgård, "Min Kamp", hervor, das sechs Bände mit tausenden Seiten umfasst. Allein die Titel der Bände würden sich wie eine Tour d´Horizon durch die menschliche Existenz lesen: Sterben, Lieben, Spielen, Leben, Träumen und Kämpfen. "Es handelt sich um ein gigantisches Projekt der Selbsterforschung und Selbstenthüllung und gleichzeitig um eine Diagnose einer Gesellschaft. Diese Aufrichtigkeit mit sich selbst bedarf größten Mutes, wofür mein Respekt gilt", ergänzte Drozda. Schon die bisherigen Auszeichnungen ließen die schriftstellerische Größe erahnen: So erhielt Knausgård 1998 den Kritikerpreis für sein Erstlingswerk, 2011 den norwegischen "Gyldendalpreis" und 2015 den "Welt"-Literaturpreis.

Der Österreichische Staatspreis für europäische Literatur ist mit 25.000 Euro dotiert und wird jährlich vom Bundeskanzleramt für das international beachtete literarische Gesamtwerk einer europäischen Autorin beziehungsweise eines europäischen Autors verliehen. Die Jury begründete die Entscheidung unter anderem mit der bei "Min Kamp" vollzogenen erbarmungslosen Sezierarbeit an der männlichen Seele, wie sie sich unter den Bedingungen einer europäischen Gesellschaft herausgebildet habe. Zudem passe diese Literatur gut ins Land von Sigmund Freud.

Bilder aus Salzburg sind über das Fotoservice des Bundespressedienstes kostenfrei abrufbar.

Übersicht der bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger

Rückfragehinweis:
Mag. Kerstin Hosa, MAS
Kabinett des Bundesministers Mag. Thomas Drozda
Pressesprecherin Kunst & Kultur
Telefon: +43 1 531 15-20 2122
Mobil: +43 664 610 63 62
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