Marmorecksalon

Ecksalon
Goldfarbe und roter Marmor dominieren den 1947 gestalteten Ecksalon.

Vom Kongresssaal führt eine Türe in den Marmorecksalon, der ebenfalls nach dem Krieg schwer beschädigt war. Der Architekt Oswald Haerdtl, der für die gesamte Wiederherstellung des Bundeskanzleramtes verantwortlich zeichnete, durfte diesen Raum nach 1945 neu gestalten. Dabei kombinierte er roten Marmor mit goldenem Metall. Ersterer gab dem Salon seinen neuen Namen.

Gemälde von Sergius Pauser
Die Fassung von Sergius Pauser sorgte für einen Skandal. (© BPD/imb)

Mit den beiden Gemälden von der Unterzeichnung des Staatsvertrages und dem Dollfuß-Gedenkstein spiegelt der Raum eindrucksvoll die jüngere Geschichte Österreichs wider. Das weniger bekannte Gemälde stammt vom österreichischen Maler Sergius Pauser (1896–1970) und sorgte für einen Eklat. Erst die zweite Fassung von Robert Fuchs (1896–1981) konnte dem Geschmack dieser Zeit und dem staatstragenden Charakter entsprechen.

"Die Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags im Oberen Belvedere 1955" von Robert Fuchs
"Die Unterzeichnung des österreichischen Staatsvertrags im Oberen Belvedere 1955" von Robert Fuchs. Am Tisch sitzend: Leopold Figl (1902-1965), John Foster Dulles (1888-1959, USA), Watscheslaw Michailowitsch Molotow (1890-1986, UdSSR), Harold Macmillan (1894-1986, GB) und Antoine Pinay (1891-1994, Frankreich). Dahinter stehend: Julius Raab (1891-1964), Adolf Schärf (1890-1965), Bruno Kreisky (1911-1990). Ganz rechts hinten steht der spätere Bundespräsident Rudolf Kirchschläger (1915-2000). (© BPD/imb)

Anlässlich der Neugestaltung durch Haerdtl wurde in diesem Salon der Dollfuß-Gedenkstein im Boden eingelassen. Er erinnert an den Bundeskanzler Engelbert Dollfuß (1892–1934), der am 25. Juli 1934 infolge eines nationalsozialistischen Putsches in diesem Zimmer ermordet worden ist (siehe auch: Die Erste Republik).

Dollfuß-Gedenkstein im Marmorecksalon
Der Dollfuß-Gedenkstein im Marmorecksalon
Faksimile der Schlussakte des Wiener Kongresses
Faksimile der Schlussakte des Wiener Kongresses