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Thomas Drozda: "Kunst als Wegweiser im digitalen Zeitalter"

Eröffnung der Salzburger Festspiele 2017

"Die Salzburger Festspiele sind das bedeutendste, bekannteste und bemerkenswerteste Festival der klassischen Musik und der darstellenden Kunst. Sie sind bald 100 Jahre alt und strotzen vor Vitalität", sagte Kunst- und Kulturminister Thomas Drozda bei der Eröffnung der Salzburger Festspiele und bedankte sich bei den zahlreichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vor und hinter den Kulissen. 

"Die diesjährigen Festspiele zeigen ein besonderes Interesse am Zusammenspiel von Kunst und Gesellschaft, wobei das Thema der Macht im Fokus steht. Die Frage danach, was Macht ist, begleitet uns seit wir angefangen haben, über uns nachzudenken", so Drozda. Mit ihr würden die Grundtatsachen des menschlichen Zusammenlebens auf dem Prüfstand stehen. Sie werde meist in einem Atemzug mit Gewalt genannt. "So wundert es auch nicht, dass wir mittels Gewaltenteilung dem Machtmissbrauch Einhalt gebieten. Das Wesen der Macht ist in unserer gegenwärtigen Gesellschaft schwer zu bestimmen. Sie zeichnet sich in der Moderne durch Unsichtbarkeit aus", ergänzte der Bundesminister. Macht werfe ein Netz über die Gesellschaft, in das wir alle ausnahmslos verstrickt seien.

"Ich habe den Eindruck, dass sich die Macht gerade wandelt und dass wir in einem Zeitalter wirklich großer Veränderungen leben. Eine vierte industrielle Revolution, die Digitalisierung, wirft ihre Schatten längst in die Gegenwart. Sie hat die Machtverhältnisse bereits verändert und wird sie weiter verschieben", so Drozda. Roboter und künstliche Intelligenz würden Arbeitsplätze übernehmen und Arbeiterinnen und Arbeiter ersetzen. Die Macht zwischen Mensch und Maschine verschiebe sich zunehmend Richtung Letztgenannter. "Es liegt an uns, die Kraft eines neuen, digitalen Humanismus heraufzubeschwören. Ich bin überzeugt, wir können uns als eine prosperierende, lebenswerte und soziale Gesellschaft weiterentwickeln", betonte der Bundesminister.

"Ein Leuchtturm bei der Stärkung des Menschen im digitalen Zeitalter wird die Kunst sein. Sie kann der Entfremdung des digitalen Zeitalters entgegenwirken und stellt dabei eine Schlüsseldisziplin dar. Ich bin überzeugt, dass Kunst- und Kulturschaffende einen wesentlichen Beitrag zu den gesellschaftspolitischen Fragen unserer Zeit liefern können", so Drozda. Kunst könne uns erfreuen, begeistern, berühren und beschämen, vor allem aber könne sie uns zum Nachdenken anregen.

Mit Investitionen in Kunst und Kultur habe man besonders junge Künstlerinnen und Künstler unterstützt. "Spitzenkunst kann es nur mit einer breiten künstlerischen Basis geben", sagte der Bundesminister, der den Sozialstaat abschließend als "herausragende kulturelle Leistung" hervorstrich – er diene der sozialen Friedenssicherung, gebe den Menschen die Freiheit, eigenen Entwürfen des guten Lebens zu folgen und mildere Risiken ab. "Mit guten Gründen verstehen wir Österreich als Land der Kunst und Kultur. Künstlerinnen und Künstler tragen mit ihren Werken und Projekten wesentlich zur hohen Lebensqualität, zur Weltoffenheit und Attraktivität unseres Landes bei. Die Salzburger Festspiele sind ein wunderbares Beispiel dafür", so Drozda abschließend.

Die Rede im Wortlaut

Fotos sind über das Fotoservice des Bundespressedienstes kostenfrei abrufbar.

Rückfragehinweis:
Mag. Kerstin Hosa, MAS
Kabinett des Bundesministers Mag. Thomas Drozda
Pressesprecherin Kunst & Kultur
Telefon: +43 1 531 15-20 21 22
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