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Thomas Drozda: "Mit Kunst und Kultur den Menschen Orientierung geben"

Der Kulturminister bei der Eröffnung der Bregenzer Festspiele

"Der Plan für die ersten Festspiele in Bregenz im Jahr 1946 war ambitioniert. In einer Stadt, die damals nicht einmal über ein Theater verfügte, war die Idee außergewöhnlich, doch der Plan ging auf. Kulturell wie wirtschaftlich wurde die Woche ein voller Erfolg. Aus heutiger Sicht könnte man sagen: Die Bregenzer Festspiele waren ein mutiger Start-up, der nach dem Zweiten Weltkrieg gezeigt hat, wie viel man mit dem nötigen Willen, Enthusiasmus und Vorstellungkraft erreichen kann. Aus solchen Erfahrungen wird auch deutlich, wie wichtig die Rolle von Kultur ist, um den Menschen Orientierung zu geben und gerade in schwierigen Zeiten einen geistigen Neuaufbau zu ermöglichen", sagte Kulturminister Thomas Drozda bei der festlichen Eröffnung der 71. Bregenzer Festspiele.

Damals hätten sich die öffentliche Hand und die Zivilgesellschaft zusammengetan und seien einen "New Deal" eingegangen. "Sie haben das Geschehen in die Hand genommen und gemeinsam gelang es, aus einem Experiment des Jahres 1946 eines der größten Festivals Europas zu machen", so Drozda. Dieses "Die Dinge in die Hand nehmen" könne man auch als Vorbild für die Herausforderungen der Gegenwart sehen.

Der Kulturminister hob auch die Rolle der Wiener Symphoniker bei den Bregenzer Festspielen hervor: "Von Anbeginn bildeten sie das Festspielorchester und haben bis heute großen Anteil an der Entwicklung und dem Erfolg des Festivals. Dazu möchte ich gratulieren, und den Anlass nutzen um mich bei den Wiener Symphonikern zu bedanken. Denn sie stehen für einen ernsthaften Umgang mit unserer Geschichte, indem sie alljährlich beim 'Fest der Freude' am 8. Mai im Gedenken an das Kriegsende ein Konzert bei freiem Eintritt am Wiener Heldenplatz geben." Auch das sei ein positives Beispiel dafür, wie Mithilfe von Kunst und Kultur den Menschen Orientierung gegeben werden kann.

"Es ist die Kunst, die uns zu erkennen hilft, was richtig und was falsch ist, was menschlich geboten und was unmenschlich und zynisch ist. Sie lässt uns über ein besseres Miteinander nachdenken, über Gerechtigkeit und menschliche Größe. Sie lässt uns über das reflektieren, was uns erst zum Menschen macht. Kunst hilft uns dabei, versteckte Gefährdungen für diese errungene Zivilisation beim Namen zu nennen", betonte Drozda. Daher hätten wir auch die Verantwortung, eine freie Entwicklung der Kunst zu ermöglichen, so wie es verfassungsmäßig garantiert ist. "Wir haben aber auch Verantwortung was die Finanzierung betrifft: Kunst braucht sich nicht über Umwegrentabilitäten zu rechtfertigen. Sie ist der Reichtum unserer Gesellschaft", so der Bundesminister.

Vorarlberg könne in vielerlei Hinsicht als ein Vorbild herangezogen werden: "Von international beachteter Baukultur, zu begehrten Exporttechnologien bis hin zu pragmatisch organisierter Integration und seiner Brückenfunktion im Dreiländereck. Und dass Österreich in der Kultur weltweit eines der führenden Länder ist, das hat auch mit den Bregenzer Festspielen zu tun", sagte der Kulturminister abschließend.

Fotos sind auf der Fotoservice-Seite des Bundespressedienstes online verfügbar.

Rückfragehinweis:
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Mag. Kerstin Hosa, MAS
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