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Archiv: die Lissabon-Strategie 2005 bis 2010

Nachlese zur europäischen Wirtschafts- und Wettbewerbsstrategie 2005 bis 2010, dem Vorgänger der Europa 2020-Strategie

Die Lissabon-Strategie wurde 2000 beim Europäischen Rat in Lissabon als europäische Wirtschafts- und Wettbewerbsstrategie beschlossen. Nach einer ernüchternden Zwischenbilanz (Kok-Bericht, 2004) erfolgte im Frühjahr 2005 eine inhaltliche Redimensionierung und Fokussierung der Strategie auf Wachstum und Beschäftigung. Um ein maximales Ergebnis der eingesetzten Ressourcen zu erreichen und die Effektivität der Reformmaßnahmen zu steigern, wurde die nationalstaatliche Prozessverantwortlichkeit gestärkt und das Koordinierungsverfahren vereinfacht.

Den Rahmen für strukturpolitische Reformen bildeten schon bei der Lissabon-Strategie die sogenannten Integrierten Leitlinien. Entsprechend den jeweiligen nationalen Gegebenheiten erstellte jedes Mitgliedsland auf Basis dieser Leitlinien ein für drei Jahre gültiges nationales Reformprogramm, zu dem die Europäische Kommission jedes Jahr entsprechende länderspezifische Empfehlungen abgab.

Der Europäische Rat einigte sich auf seiner Frühjahrstagung 2006 auf vier Bereiche, die bis 2010 vorrangig bei den Reformmaßnahmen berücksichtigt werden sollten:

  1. Verbesserung der Rahmenbedingungen für Unternehmen,
  2. Steigerung der Beschäftigungsmöglichkeiten für bestimmte Bevölkerungsgruppen,
  3. Ausbau der Unterstützung für Forschung und Entwicklung,
  4. Moderne Energiepolitik.

Im Herbst 2010 endete der zweite Programmzyklus der Lissabon-Strategie. Im Jahr 2011 startete der neue Reformzyklus unter der "Europa 2020"-Strategie.

Nationale Reformprogramme und Implementierungsberichte Österreichs 2005 bis 2010

Das Nationale Reformprogramm (NRP) wurde in Österreich unter breiter Einbeziehung aller Ressorts, Sozialpartner, Länder- und Gemeindevertreter erstellt. Die Federführung lag beim Bundeskanzleramt.

Das erste Reformprogramm (2005 bis 2007) wurde 2005 erstellt. Es legte sieben Schwerpunktbereiche für Strukturreformen fest:

  • Nachhaltigkeit der öffentlichen Finanzen
  • Forschung, Entwicklung und Innovation
  • Infrastruktur
  • Standortsicherung und Mittelstandsförderung
  • Effizientes Ressourcenmanagement und Klimaschutz
  • Arbeitsmarkt und Beschäftigung
  • Aus- und Weiterbildung

Das zweite Reformprogramm (2008 bis 2010) wurde im Oktober 2008 erstellt und galt noch bis Ende 2010. Inhaltlich knüpfte es am ersten Programm an und setzte auf die Fortführung der Strukturreformen in den sieben Schwerpunktbereichen.

Hier können Sie die Dokumente der deutschsprachigen NRP Österreichs und Implementierungsberichte aus Österreich nachlesen. Die englischsprachigen Dokumente finden Sie in der Website der Europäischen Kommission.

Dokumente in Deutsch

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